Mecom denkt schon an die Rhein-Zeitung

Dienstag, 18. Oktober 2005

Die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck hält offenbar an ihren Plänen fest, den Berliner Verlag und damit die "Berliner Zeitung" an eine britische Investorengruppe zu verkaufen. Der Zeitungs-Geschäftsführer des Stuttgarter Unternehmens, Michael Grabner, sagte bei einer Betriebsversammlung des Berliner Verlags am Montagabend, Holtzbrinck stehe bei den Kaufinteressenten im Wort, so lange die Investorengruppe die bei Verhandlungsbeginn gemachten Versprechungen zu halten bereit sei. Die Investoren, die Beteiligungsgesellschaft 3i, die britische Mediengruppe Mecom und die amerikanische Finanzgruppe Veronis Suhler Stevenson müssten "nur noch wenige Bedingungen" erfüllen, bis dieser Zustand erreicht sei.

Die Verhandlungen könnten noch zehn bis 14 Tage dauern, erklärte Grabner nach Agenturberichten. Holtzbrinck-Chef Grabner war nach Berlin gekommen, nachdem seine Verkaufspläne auf erheblichen Widerstand bei der Belegschaft gestoßen waren. Grabner verteidigte die Entscheidung, mit den Briten in Vertragsverhandlungen zu treten.

Anders als es erscheine, habe es für Holtzbrinck im Sommer keine Alternative zu Verhandlungen mit der Montgomery-Gruppe gegeben. Vom Kölner DuMont-Verlag oder der norwegischen Orkla Media habe es zwar seit Monaten Interesse gegeben, aber keine konkreten Übernahmeangebote. Grabner erklärte weiter, die Renditeerwartungen der Briten seien nicht durch Einschnitte beim Berliner Verlag, sondern durch Wachstum zu erreichen.

Ziel der Investoren sei es unter anderem, weitere Zeitungen in Deutschland hinzuzukaufen. So werde etwa an die Übernahme der in Koblenz erscheinenden "Rhein-Zeitung" gedacht. nr

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