Mathias Döpfner: Besserer Journalismus durch Medienwandel möglich

Donnerstag, 08. November 2012
"Eine gute Geschichte ist eine gute Geschichte": Mathias Döpfner
"Eine gute Geschichte ist eine gute Geschichte": Mathias Döpfner


Burda-Vorstand Philipp Welte hat soeben im HORIZONT-Interview eine flammende Rede pro Print gehalten, gleichzeitig darf sich Axel Springer durch die jüngst vorgestellten Quartalszahlen in seiner konsequenten Digitalstrategie bestätigt fühlen. Ebenso leidenschaftlich fiel folglich das Plädoyer von Springer-Chef Matthias Döpfner auf dem Publishing Gipfel für Digital als Innovationsfeld der Zukunft aus. Im Kern allerdings geht es Döpfner – hier sind er und Welte nicht weit auseinander – weniger um Plattformen als um qualitativ hochwertige Inhalte. Am deutlichsten wurde dies durch einen Ausspruch Döpfners auf dem Podium, den er gleich mehrfach, mal auf Deutsch, mal auf Englisch, äußerte: "Eine gute Geschichte ist eine gute Geschichte ist eine gute Geschichte." Dass der Qualitätsjournalismus von der zunehmenden Digitalisierung bedroht sei, glaubt Döpfner nicht: "Das journalistische Handwerk verändert sich durch den Medienwandel nicht." Auch die Themen, die die Menschen immer interessiert hätten, blieben gleich: "Sex and Crime, Sport und Spiel und Geschichten mit regionalem Bezug."

Vielmehr könne digitaler Journalismus sogar qualitativ besser sein, Voraussetzung sei allerdings natürlich ein funktionierendes Geschäftsmodell. Um Ideen für ein solches zu generieren, hat Springer kürzlich drei seiner Top-Angestellten, „Bild“-Chefredakteur Kai Diekmann, Marketing-Chef Peter Würtenberger und Idealo-Gründer Martin Sinner, ins Silicon Valley in die USA geschickt. Kürzlich hat das Trio erste Erkenntnisse aus dem Hightech-Mekka präsentiert – offenbar mit beeindruckenden Erkenntnissen. Dass sich daraus Ideen auch für ein organisches Wachstum von Springer ergeben könnten, schließt Döpfner nicht aus.

Einen größeren Fokus auf die Herausforderungen des digitalen Wandels erhofft sich der Springer-Chef indes von der Politik. Das beschränke sich nicht nur auf die Debatte um ein Leistungsschutzrecht im Internet, zu dessen eifrigsten Befürwortern das Medienhaus Springer zählt. Auch die Rolle von ARD und ZDF (Döpfner: „Die sind de facto Verleger geworden und betreiben im Netz unser Geschäft“) solle Gegenstand von Diskussionen sein. ire
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