"Massive Verluste, keine Perspektive": Warum die "Frankfurter Rundschau" Insolvenzantrag stellen musste

Dienstag, 13. November 2012
Wird die "FR" bald abgewickelt statt aufgerollt?
Wird die "FR" bald abgewickelt statt aufgerollt?

Jetzt ist es offiziell: Die seit Jahren angeschlagene Traditionszeitung "Frankfurter Rundschau" ("FR") ist zahlungsunfähig. Die Mediengruppe M. DuMont Schauberg hat Medienberichte bestätigt, nach denen der "FR"-Herausgeber, das Druck- und Verlagshaus Frankfurt am Main, am heutigen Dienstag beim Frankfurter Amtsgericht Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt hat. Als Grund wird unter anderem ein erneuter Einbruch bei den Werbeerlösen genannt. In seiner offiziellen Stellungnahme ist der Kölner "FR"-Mehrheitseigner M. DuMont Schauberg bemüht, die Unausweichlichkeit des möglicherweise folgenschweren Schrittes zu vermitteln. So habe die Geschäftsführung angesichts der im ersten Halbjahr aufgelaufenen "massiven Umsatzverluste im Anzeigen- und Druckgeschäft" keine Chance gesehen, die Verlustzone zu verlassen. "Somit war auch für die Geschäftsleitung keine Perspektive der Fortführung des Unternehmens mehr erkennbar", teilt DuMont mit.

Zwar sei es in den vergangenen Jahren gelungen, ehrgeizige Kostenziele zu erreichen. "Wir müssen heute aber feststellen, dass all diese Anstrengungen angesichts der Umsatzeinbrüche im Anzeigen- und Druckmarkt der vergangenen Jahre und in der ersten Hälfte dieses Jahres nicht ausreichen, um die fortdauernden hohen Verluste zu beseitigen", teilen die "FR"-Hauptgesellschafter M. DuMont Schauberg und die SPD-Medienholding Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft (ddvg) mit. Die Unternehmen haben nach eigenen Angaben in den vergangenen acht Jahren "einen beachtlichen Millionenbetrag in das Verlagshaus investiert". Auch wenn die Mitarbeiter der "Frankfurter Rundschau" durch Gehaltsverzicht ihren Beitrag geleistet und die Gesellschafter nie hohe Gewinne erwartet hätten, sei eine sich abzeichnende "dauerhafte Finanzierung hoher Verluste nicht länger darstellbar".

Ob und wie es mit der "Frankfurter Rundschau" weitergeht, liegt nun in den fremden Händen. Der vorläufige Insolvenzverwalter Frank Schmitt hat bereits Gespräche mit der Geschäftsleitung aufgenommen. In einem ersten Schritt sollen die aktuelle Vermögenslage der Gesellschaft geprüft sowie mögliche Sanierungsansätze besprochen werden. Wesentliches Ziel sei es derzeit, den Geschäftsbetrieb fortzuführen. mas
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