Markus Schächter ist neuer ZDF-Intendant

Montag, 11. März 2002
Zieht künftig die Fäden beim ZDF: Markus Schächter
Zieht künftig die Fäden beim ZDF: Markus Schächter

Fast ein Jahr nachdem Dieter Stolte seinen Rückzug aus dem TV-Geschäft bekannt gab, hat sich der Fernsehrat des ZDF am vergangenen Freitag geeinigt, wer neuer Intendant des Mainzer Senders werden soll - endlich. Ab kommenden Freitag steht der derzeitige ZDF-Programmchef Markus Schächter an der Spitze der größten Rundfunkanstalt Europas. Er erreichte mit 51 Ja-Stimmen die für die Wahl notwendige Drei-Fünftel-Mehrheit des 77-köpfigen Gremiums. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) bezeichnete Schächter am Wochenende als "einzigen erreichbaren Nennner", auf den die beiden Freundeskreise im Rat sich hätten einigen können.

In einem ersten Wahlgang am Samstag musste ARD-Programmchef Günter Struve eine herbe Niederlage einstecken: Von 69 anwesenden Mitgliedern votierten nur 33 für den Kandidaten. Bertelsmann-Manager Manfred Harnischfeger wurde erst gar nicht zur Wahl vorgeschlagen. Am Abend zuvor hatte er sich - wie Struve - dem Fernsehrat noch persönlich vorgestellt. In den voran gegangenen Wahlgängen im Dezember und Januar waren bereits der stellvertretende ZDF-Chefredakteur Helmut Reitze, NDR-Funkhauschefin Dagmar Reim und 3sat-Direktor Gottfried Langenstein gescheitert.

Die Wahl Schächters wird in der Branche vor allem als Wahrung des Status Quo gesehen - der Programmchef, der 1981 zum ZDF kam und sein derzeitiges Amt seit 1988 ausübt, ist nicht gerade als großer Reformer bekannt. Dennoch kündigte Schächter am Samstag bereits an, die Senderfamilie des ZDF neu aufstellen zu wollen. Vor allem im Bereich des Digitalfernsehens habe der Sender Versäumnisse aufzuholen. Zudem wolle er darauf hinarbeiten, dass auch jüngere Zuschauer wieder häufiger das Zweite einschalten. Nach seinem Amtsantritt am kommenden Freitag will Schächter dem Fernsehrat erstmals konkrete Vorschläge machen, wie der Sender künftig geführt werden soll.
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