Marketing in der Post-PC-Ära

Donnerstag, 13. Juni 2013
Der DID im Gesellschaftshaus des Frankfurter Palmengartens war gut besucht
Der DID im Gesellschaftshaus des Frankfurter Palmengartens war gut besucht

Wie sieht Marketing in der Post-PC-Ära aus? Beim ersten Digital Innovation Day der Syzygy Group diskutieren Marketing- und Internet-Experten vor über 140 Gästen aus der Industrie über Kundenansprache jenseits des Desktops und die Rolle von Big Data im digitalen Zeitalter. In gewisser Weise ist das Gesellschaftshaus im Frankfurter Palmengarten ein sehr treffender Spiegel für den Digital Innovation Day (DID) der Agenturgruppe Syzygy: Tradition trifft Moderne, das gilt für den frisch renovierten Veranstaltungsort wie für den eintägigen Marketingkongress, der in diesem Jahr seine Premiere feiert und auf jeden Fall 2014 weitergeführt werden soll, wie Vorstandsvorsitzender Marco Seiler verspricht.

Für das Debüt haben sich Seiler und die Agentur zwei Trendthemen rund um digitales Marketing herausgepickt: Big Data, das Hype-Thema des Frühjahrs 2013, sowie die Frage, ob mit Smartphones und Tablets die Epoche von Desktop-Computern und Online-Marketing per Banner und auf einer Website abgelöst wird durch Kundenansprache via Tablets und Smartphones.

Wir befinden uns heute in einer Ära, die von Laptop und PC losgelöst ist", sagt der Engländer Paul Marsden, in den Vereinigten Staaten einer der wichtigsten Blogger zum Thema Social Commerce. Schon Mitte 2012 stellte das renommierte Massachusetts Institute of Technology (MIT) fest, dass sich Smartphones und Tablets schneller verbreiten als alle anderen bisherigen Technologien. Das verändert die Möglichkeiten des Onlinemarketings. Nur: Gerade die deutschen Unternehmen sind noch zu sehr auf die alte Ära der stationären Internetnutzung ausgerichtet. Und zu häufig dreht sich das Denken der deutschen Marketer noch um die Frage, wie in Mobile am besten Werbung geschaltet werden kann und nicht darum, wie sich ein Unternehmen am besten als Marke präsentieren kann.

"Die digitale Ära birgt große Chancen für Marketer. Aber es muss ein Wechsel stattfinden: Von der reinen User Experience hin zu einer Brand Experience", fordert deswegen Marsden. Zustimmung erhält er unter anderem vom Bestsellerautor Avinash Kaushik ("Web Analytics 2.0"). Auch der quirlige US-Amerikaner sieht Mobile als Schlüssel zur Transformation des Marketings. Sein Credo: Die Kundenansprache muss sich ändern.

Im Mittelpunkt sollte für die Unternehmen zukünftig die Frage stehen, wie sie mit dem richtigen Content-Marketing das Leben ihrer Kunden verbessern können. Kaushik, Digital Marketing Evangelist bei Google, hält seinen Vortrag mit gelebtem Pathos und erfüllt damit gleichzeitig selbst eine der Forderungen, die er im Onlinemarketing für unerlässlich hält: "Die Kommunikation muss immer zweiseitig stattfinden. Interaktion und Partizipation sind dabei das A und O." Florian Schmitt von Hi-Res in London belegt das anschließend mit Beispielen aus der Praxis. fam
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