Marissa Mayer verordnet Yahoo-Mitarbeitern Büropflicht

Dienstag, 26. Februar 2013
Yahoo-Chefin Marissa Mayer wünscht sich ihre Mitarbeiter an den Schreibtisch im Büro
Yahoo-Chefin Marissa Mayer wünscht sich ihre Mitarbeiter an den Schreibtisch im Büro


Nix mit Home-Office: Yahoo-Chefin Marissa Mayer will, dass ihre Mitarbeiter nicht am Strand oder zu Hause, sondern im Büro arbeiten. Bei der Belegschaft kommt die Direktive offenbar nicht gut an. So bezeichnete ein anonymer Yahoo-Mitarbeiter die Regelung gegenüber dem Branchendienst "All Things Digital" als "moralischer Killer". Yahoo bezeichnte sich auch heute gerne noch als Internetpionier - die fast mythische Vergangenheit des Unternehmens als Vorreiter im digitalen Business gehört genauso zu Yahoo wie offene, flexible Arbeitsbedingungen. Zumindest mit Letzterem soll es nun zum Teil vorbei sein. CEO Marissa Mayer, die letztes Jahr angetreten war, um Yahoo wieder in die Erfolgsspur zurückzuführen, setzt auf Anwesenheitspflicht aller Mitarbeiter.

Über ihre Personalchefin Jackie Reses verschickte Mayer ein Rundschreiben an alle Mitarbeiter, in dem sinngemäß die Einheit des Konzerns beschworen wird. "Um der absolut beste Ort zum Arbeiten zu werden, sind Kommunikation und Zusammenarbeit wichtig, also müssen wir Seite an Seite arbeiten", heißt es in dem Kommuniqué, das "All Things Digital" in voller Länge veröffentlichte. Und weiter: "Geschwindigkeit und Qualität leiden, wenn wir von zu Hause arbeiten. Wir müssen ein Yahoo sein, und das beginnt damit, dass wir physisch zusammen sind." Ab Juni soll die Richtlinie umgesetzt werden.

Nun ist Freiheit im Denken und Arbeiten ein wesentlicher Baustein im Selbstverständnis von Internetunternehmen, die Beachvolleyballfelder bei Facebook oder die zahlreichen Lounges bei Google zeugen davon. Besonders im mobilen Zeitalter wirkt der Wunsch nach Anwesenheit am Arbeitsplatz einigermaßen antiquiert - zumal Mayer Yahoo nicht zuletzt mit Mobile wieder auf Vordermann bringen möchte. Bei manchen Mitarbeitern sorgt der Aufruf der Chefin daher für Unmut. Die geplante Regelung, echauffiert sich ein namenloser Mitarbeiter gegenüber "All Things Digital", sei "empörend und ein moralischer Killer". ire
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