Marchfirst Deutschland kämpft ums Überleben

Montag, 07. Mai 2001

Das ehemals weltweit größte, jedoch in Konkurs gegangene Internet-Beratungsunternehmen Marchfirst muss nun auch in Deutschland ums Überleben kämpfen. Vergangenen Freitag wurde in Hamburg ein Insolvenzantrag gestellt. Die Insolvenzverwalter namens Jörn Weitzmann und ein Kollege haben bereits ein Projektbüro im Hause bezogen, wie aus einer HORIZONT.NET vorliegenden internen Mail hervorgeht. Weitzmann, der offenbar bereits das Konkursverfahren bei IMP leitete, soll die Geschäfte vorerst fortführen. Die Verhandlungen mit einem strategischen Partner stehen dem Mail zufolge "im Grunde genommen inhaltlich kurz vor dem Abschluss". Auf Nachfrage wollen sich die Manager noch nicht zu den Ereignissen äußern. Offenbar sind noch nicht alle Geschäftspartner informiert.

Intern wird darauf hingewiesen, dass es sich bei Marchfirst nicht um Zahlungsunfähigkeit, sondern um eine "technische Überschuldung" handelt. Das Problem der so genannten Intercompany-Verbindlichkeiten, die sich offenbar vor allem durch Kredite für Firmeneinkäufe in Europa aufgebaut haben, konnten bislang nicht gelöst werden. Da mit dem Konkurs der amerikanischen Mutter auch die Patronatserklärung entfällt, ist nun auch die deutsche Organisation betroffen. Nach Angaben der Hamburger hat das Unternehmen in Deutschland im vergangenen Jahr 85 Millionen Mark umgesetzt und 340 Mitarbeiter beschäftigt.

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