Mainzelmännchen-Schöpfer Wolf Gerlach ist tot

Dienstag, 13. November 2012
Wolf Gerlach inmitten seiner Mainzelmännchen (Bild: ZDF)
Wolf Gerlach inmitten seiner Mainzelmännchen (Bild: ZDF)

Wolf Gerlach ist tot. Der Vater der ZDF-Mainzelmännchen verstarb in der Nacht zum Montag, den 12. November 84-jährig in Bad Zwischenahn, wie das ZDF mitteilt. Gerlach erschuf die berühmten Trickfiguren zum Sendestart des Zweiten Deutschen Fernsehens am 1. April 1963. Seither fungieren die Mainzelmännchen - namentlich Anton, Berti, Conni, Det, Edi und Fritzchen - als Trennelemente zwischen den einzelnen Werbespots im Vorabendprogramm. Insgesamt wurden etwa 45.000 Mainzelmännchen-Filme produziert. Besonders charakteristisch für das Sextett ist die Begrüßung "Guudn Aaamd", auch hierfür stand Gerlach Pate: In den ersten Jahren lieh er den Mainzelmännchen seine Stimme. Mit den Figuren habe Gerlach dem ZDF Sympathieträger geschenkt, die als "zeitlose Entspannungsphilosophen" bis heute unverwechselbar seien, würdigt das ZDF das Werk des gelernten Theatermalers.

Gerlach wurde am 17. April 1928 im pommerschen Stolp geboren und wuchs auf der Nordseeinsel Langeoog auf. Nach Stationen als Bühnenbildner in Oldenburg und Braunschweig wurde er Anfang der sechziger Jahre Filmarchtitekt in Wiesbaden und drehte Werbefilme.

Gerlachs Tod wirft auch einen Schatten auf die heute startende Jahrespräsentation des ZDF-Werbefernsehens, die ganz im Zeichen der Mainzelmännchen stehen soll: Neben einem kurzen Abstecher ins Programm 2013 sollen bei der Veranstaltungsreihe vor allem Fragen um den kreativen Prozess der Mainzelmännchen-Entstehung und ihrer Wirkung beantwortet werden. Inwieweit der Verstorbene dabei gewürdigt wird, steht derzeit noch nicht fest. ire
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