Magere Ersteinbuchung: Vermarkter verweisen auf Kurzfristigkeit

Mittwoch, 13. November 2002

Erstmals halten sich die TV-Vermarkter mit Aussagen zur Anbuchung für das kommende Jahr zurück. Wo man sich sonst mit Jubelmeldungen zu hundertfach überbuchten Umfeldern übertraf, herrscht eisiges Schweigen. Die Ersteinbuchung sei "mehr Momentaufnahme als Marktindikator", heißt es dazu vom RTL-Vermarkter IP. Der Trend gehe bekanntlich zu kurzfristigen Buchungen. Doch der Verdacht liegt nahe, dass es schlichtweg nichts zu bejubeln gibt. Mediaexperten schätzen, dass die Anbuchung bei den großen Privat-TV-Anbietern 20 bis 30 Prozent unter Vorjahr liegt. Die Öffentlich-Rechtlichen sollen sogar 50 Prozent weniger Aufträge in der Kasse haben.

Für Seven-One treffe dies definitiv nicht zu, sagt Sprecherin Katja Pichler: "Die Ersteinbuchung ist kein verlässlicher Indikator mehr." Nur der Run auf die vermeintlich effizientesten Umfelder hält offenbar ungebrochen an. "Je geringer die Spendings, umso stärker konzentriert sich jeder auf die sichere Quotenbank", erklärt Thomas Schlegel, Head of TV bei OMD Germany: "An den Rändern wird es dafür immer dünner."

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