Magazine: "Stern" erzielt 2010 den höchsten Bruttowerbeumsatz / VDZ mit neuer Statistik

Freitag, 28. Januar 2011
Dank Jubiläumsausgabe 2010 einer der Überflieger im Anzeigenmarkt: "Schöner Wohnen"
Dank Jubiläumsausgabe 2010 einer der Überflieger im Anzeigenmarkt: "Schöner Wohnen"

Euro statt Seiten: Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) weist nun, wie angekündigt, erstmals anstelle seiner bisherigen Zentralen Anzeigenstatistik ZAS auch die Bruttowerbeerlöse aller Magazine aus. Da die Seiten- und Umsatzdaten, die fortan vom Marktforschungsinstitut Nielsen Media Research kommen, rückwirkend ab 2008 zur Verfügung stehen, sind für die kumulierten Zahlen für 2010 bereits Vergleiche zum Vorjahr möglich. Demnach konnten im vergangenen Jahr viele große Titel ihren Werbeumsatz im Vergleich zum Krisenjahr 2009 wieder steigern. Im Segment der aktuellen Zeitschriften kommt der "Stern" - bislang stets Primus nach Anzeigenseiten - auch auf den höchsten Bruttowerbeumsatz. Laut der neuen Nielsen-Anzeigenstatistik betrug der Bruttowerbeumsatz des G+J-Magazins im Gesamtjahr 2010 152,6 Millionen Euro - ein Plus von 8,1 Prozent. Auf einen vergleichbaren Zuwachs kommt auch der "Spiegel": Bei einem Plus von 8,9 Prozent kommt erreicht das Nachrichtenmagazin einen Bruttowerbeumssatz von 140,4 Millionen Euro. Der "Focus" konnte trotz seiner hohen Auflagenverluste den Werbeumsatz im vergangenen Jahr mit 113,1 Millionen Euro sogar leicht ausbauen (+1,4 Prozent). Deutlich im Plus liegen die Klatschblätter "In - Das Star & Style Magazin", das beim Umsatz um 30,2 Prozent zulegt, "OK" mit einem Zuwachs von 27,3 Prozent und "Life & Style" mit einem Umsatzplus von 28,3 Prozent. Abwärts geht es für "Reader's Digest": Der Titel verliert rund ein Viertel (24,5 Prozent) seiner Brutto-Werbeerlöse.

Unheitlich präsentiert sich das Segment der Programm-Zeitschriften. Während große Titel wie "TV Movie" und "TV Spielfilm" Umsatz verloren haben, liegen preiswerte Programmies wie die "Funk Uhr" (+24,3 Prozent) und "TV Top" (+28,3 Prozent) deutlich im Plus. Auch Springers altgediente "Hörzu" kann um 6,2 Prozent zulegen.

Zwei der größten Gewinner des Jahres 2010 finden sich im Segment der Wohn- und Gartenzeitschriften: "Schöner Wohnen" liegt mit einem Werbeumsatz in Höhe von 29,3 Millionen Euro um satte 58 Prozent über dem Vorjahreswert - sicherlich auch getrieben durch die sehr gut gebuchte Jubiläumsausgabe. "Landlust" brilliert dank steigender Leserzahlen auch auf dem Werbemarkt: Das Magazin aus dem Landwirtschaftsverlag Münster konnte seine Werberlöse im vergangenen Jahr mit einem Plus von 109 Prozent auf rund 8,5 Millionen Euro mehr als verdoppeln.

Auch bei den Wirtschaftsmagazinen haben die Umsätze 2010 wieder angezogen, wenn auch nicht ganz so rasant: "Capital" liegt mit Brutto-Werbeerlösen von rund 16,1 Millionen Euro mit 4,8 Prozent im Plus, "Brand Eins" legt um knapp 10 Prozent zu auf einen Brutto-Umsatz von 6,6 Millionen Euro und die "Wirtschaftswoche" steigert ihre Umsatz um 14,1 Prozent auf 47,8 Millionen Euro.

"Die Zeit" kann von der guten Auflagenentwicklung auch im Werbemarkt profitieren: Die Brutto-Werbeerlöse der Wochenzeitung (ohne Rubrikenanzeigen) klettern um 9,7 Prozent auf 60,4 Prozent.

Zur Methodik der neuen Anzeigenstatistik: Für seine Bruttowerbestatistik zählt Nielsen die Anzeigenseiten der einzelnen Zeitschriften und multipliziert diese mit den offiziellen Anzeigenpreisen der Titel. Offizielle und inoffizielle Rabatte, Provisionen, Gegengeschäfte und Eigenanzeigen werden in der Nielsen-Statistik allerdings nicht herausgerechnet, so dass keine direkten Rückschlüsse auf die Nettowerbeerlöse der Titel möglich sind. dh
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