Magazin Talk sorgt in den USA für Gesprächsstoff

Mittwoch, 11. August 1999

Der seit Monaten von der amerikanischen Medienwelt mit Spannung erwartete Print-Newcomer ist auf dem Markt: Das Magazin "Talk" betrat in der vergangenen Woche die Bühne. Die jüngste Schöpfung von Tina Brown, der ehemaligen Chefredakteurin von "Vanity Fair" und zuletzt von "The New Yorker", hat Vorschußlorbeeren erhalten wie kaum ein anderes Magazin zuvor. Das Joint-Venture der Walt-Disney-Tochter Miramax Film und der Hearst Corporation soll nach Brancheninformationen künftig auch Hollywood-Produktionen zu Gute kommen. Zumindest läßt das finanzielle Engagement von Miramax einen ständigen Strom von Filmstars und Hollywood-Stories erwarten. Die erste Ausgabe jedenfalls wartet mit einem reichen Themenmix auf, in dem Stars der Filmbranche nicht zu kurz kommen. Die Titelseite der ersten Ausgabe ziert Gwyneth Paltrow, Hauptdarstellerin des oscargekrönten Miramax-Streifens "Shakespeare in Love". Demgegenüber sollen Artikel über den Präsidentschaftskandidaten George W. Bush, die politische Situation in Uganda oder über das Leben in einem Trailerpark in Amerika für Ausgewogenheit sorgen. Dazu kommen Heftstandards wie Buchrezensionen und Horoskop. Einen Knüller sicherte sich "Talk" mit einem Interview mit First Lady Hillary Clinton, in dem sie über die "Dysfunction" ihres Mannes sprach. Wenige Tage vor dem Erscheinen sicherte das Interview dem Blatt dadurch kostenlose Publicity. "Talk" ist ein General-Interest-Magazin, dessen Format und Optik sich laut Tina Brown an den europäischen Titeln wie "Paris Match" oder "Stern" orientiert. Ein, so Brown, "tragbares Magazin, das eher beim Kaffee gelesen oder zusammengerollt in den Gymnastikbeutel gesteckt wird".
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