Machtpoker bei Constantin

Freitag, 25. April 2003

Der Vorstand des Münchner Filmunternehmens Constantin wehrt sich gegen eine mögliche Übernahme durch den Schweizer Konkurrenzen Highlight. In einer via Pflichtmitteilung zugänglich gemachten Erklärung heißt es, dass in einer Aufsichtsratsitzung "mögliche Abwehrmaßnahmen im Sinne der Constantin-Aktionäre" besprochen worden seien. Nächste Woche will der Aufsichtsrat endgültig darüber entscheiden, wie weiter vorgeganen wird.

Der Hintergrund: Im Mai 2002 ist Highlight mit 23 Prozent bei Constantin eingestiegen - zuvor hatten die Schweizer das Anteilspaket von der Kirch-Gruppe für knapp 30 Millionen Euro abgekauft. In dieser Woche hat Highlight mit dem Kauf eines weiteren Anteilspaktes von EM.TV in Höhe von 16,4 Prozent seinen Anteil auf 41,1 Prozent aufgestockt. Gemäß dem deutschen Übernahmegesetz zieht dieser Schritt ein Pflichtangebot für die restlichen Constantion-Aktionäre vor. Zurzeit sind 33,5 Prozent der Aktien im freien Handel. Die restlichen 25,1 Prozent hält der Filmproduzent Bernd Eichinger.

Insiderberichten zufolge sollen Eichinger und Highlight-Chef Bernhard Burgener bereits im vergangenen Jahr über eine Zusammenführung beider Unternehmen zur Highlight Constantin AG gesprochen haben. Im Constantin-Vorstand mit Fred Kogel an der Spitze fürchtet man offenbar, mit einem solchen Schritt in die zweite Reihe zurückgesetzt zu werden. nr
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