MTV wird zum Bezahlsender

Dienstag, 05. Oktober 2010
MTV kostet künftig Geld
MTV kostet künftig Geld

MTV verschwindet aus dem frei empfangbaren Fernsehen. Der 1981 in den USA gegründete Musiksender wird ab Januar 2011 ausschließlich gegen Gebühr auf digitalen Kabel-, Satelliten- und Breitbandplattformen zu empfangen sein. Das kündigt Dan Ligtvoet, Deutschland- und Nordeuropachef von MTV Networks, in der "FTD" an. Begründet wird der Schritt unter anderem mit dem internen Wettbewerb mit dem Sender Viva, der wie MTV zum US-Medienkonzern Viacom gehört. "Wir erreichen dadurch künftig eine besser ausbalancierte Verteilung der Erlöse. Ich erwarte mir davon mehr Wachstum", so Ligtvoet in der "FTD". Ziel sei es, Viva zum zentralen Musik- und Entertainmentkanal im Free-TV umzubauen und dort künftig die erfolgreichsten Formate aller Sender des Netzwerks auszustrahlen. Der Marktanteil, der bei Zuschauern zwischen 14 und 29 Jahren wie bei MTV derzeit bei etwa 1,8 Prozent liegt, solle auf 2,5 Prozent im Jahr 2011 und später auf drei Prozent steigen. So soll zumindest ein guter Teil der Werbeerlöse im Konzern bleiben.

Von der Krise des Bezahlsenders Sky lässt sich der MTV-Manager nicht abschrecken. Ligtvoet erwartet, dass der Pay-TV-Markt in den kommenden fünf bis zehn Jahren in Deutschland stark wachsen wird. Dabei verweist er auch auf Erfahrungen im eigenen Konzern. So betreibt MTV Networks mit MTV Rocks, VH 1 oder Nicktoons bereits eine Reihe digitaler Abokanäle. Der Umsatz aus dem Bezahlgeschäft habe sich in den vergangenen drei Jahren verdreifacht. Aus diesem Grund soll das Portfolio an Pay-Sendern sogar noch weiter ansteigen. So will MTV mit dem Musiksender MTV brand new ein weiteres Bezahlangebot starten. Mehrere Kabelanbieter und die Pay-TV-Plattform Sky haben laut dem Bericht bereits die Einspeisung in ihr Digitalbouquet zugesagt. mas
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