MMD 2009: "Spiegel"-Chefredakteur spricht sich gegen Staatshilfe aus

Dienstag, 21. April 2009
Mathias Müller von Blumencron will keine staatlichen Hilfen
Mathias Müller von Blumencron will keine staatlichen Hilfen

Der Spiegel Verlag will die Herausforderungen der Wirtschaftskrise aus eigener Kraft stemmen und keine staatlichen Leistungen fordern. Mathias Müller von Blumencron, Chefredakteur des "Spiegel", spricht sich gegen steuerliche Erleichterungen für Medienprodukte aus: "Wir würden nicht nur scheitern, nach staatlicher Unterstützung zu rufen, wir würden uns auch ruinieren", sagt er auf dem Magazine Marketing Day in Frankfurt. "Focus"-Chefredakteur und Burda-Vorstand Helmut Markwort hatte in HORIZONT gefordert, die Mehrwertsteuer für Presseerzeugnisse abzuschaffen. Müller von Blumencron plädiert dafür, den Glauben an Print- und Qualitätsjournalismus nicht zu verlieren, es gäbe auch im Printmarkt etliche erfolgreiche Beispiele wie die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung", "Neon" und "The Economist".

Entschieden widerspricht Müller von Blumencron der Haltung "Qualität lohnt nicht mehr", wie er sie in jüngster Zeit in manchen Verlagen beobachte. Und er warnt davor, der Maxime "Online First" zu verfallen. Ausschlaggebend sei vielmehr, welches Medium sich für welchen Inhalt eigne. Allerdings müssten sich Verleger, die in Qualitätsjournalismus investieren, für eine Weile "von hohen Renditen verabschieden". se
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