MDR soll mit Investmentfonds Millionen versenkt haben

Donnerstag, 16. April 2009
Der MDR hat sich verzockt
Der MDR hat sich verzockt

Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) hat sich offenbar mit Wertpapiergeschäften verzockt. Laut einem Prüfungsbericht des sächsischen Rechnungshofes, der HORIZONT.NET vorliegt, soll die öffentlich-rechtliche Anstalt Ende 2005 mehr als eine halbe Milliarde Euro in Spezialfonds angelegt und damit beträchtliche stille Reserven aufgebaut haben. Aufgrund der Finanzkrise "verzeichnete allerdings der MDR erhebliche Bewertungsabschläge", heißt es in dem Dokument. Um welchen Betrag die stillen Reserven geschrumpft sind, teilte der MDR den Rechnungshöfen trotz Nachfrage nicht mit. Dabei ist dies nicht der erste Spekulations-Flop des MDR. Bereits im Jahr 2000 kam heraus, dass die öffentlich-rechtliche Anstalt für die Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen 2,6 Millionen Euro bei einem Geschäft mit Anleihen in der ecuadorianischen Währung Sucre verloren hatte. Im Juni 2002 kam ans Licht, dass durch Geschäfte mit Argentinien-Anleihen 9,3 Millionen Euro Verlust entstanden waren.

Angesichts des steigenden medialen Drucks hat der MDR eine Stellungnahme auf seiner Website veröffentlicht. Wie hoch die Verluste aufgrund des Konjunktureinbruchs sind, wird zwar auch hier nicht verraten, aber der Sender weist riskante Wertpapiergeschäfte weit von sich. Der MDR betont, dass "Geldanlagen unverzichtbar sind, weil sie zur Bedienung zukünftiger Verpflichtungen wie Leasingraten für die Landesfunkhäuser, Betriebsrenten sowie andere Verbindlichkeiten benötigt werden". Dies habe nichts mit Zockerei zu tun, sondern es wäre vielmehr fahrlässig Gelder, die nicht sofort ausgegeben werden können, nicht für sich arbeiten zu lassen.

Zudem wird darauf hingewiesen, dass der MDR "nicht in risikobehaftete Geldanlagen investiert hat". Die Anlagepolitik sei "seriös und erfolgreich". So betrage die Durchschnittsverzinsung aller Fonds der Drei-Länder-Anstalt seit Auflegung immer noch 3,7 Prozent pro Jahr. bn
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