MDR entlässt Kika-Programmgeschäftsführer

Donnerstag, 14. März 2013
Der Betrugsskandal beschäftigt den Kika immer noch
Der Betrugsskandal beschäftigt den Kika immer noch

Die Kika-Affäre hat einen weiteren hochrangigen Mitarbeiter des Kindersenders von ARD und ZDF den Job gekostet. Der für den Sender zuständige Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) hat sich mit sofortiger Wirkung von Programmgeschäftsführer Steffen Kottkamp getrennt. Der Programmchef war bereits seit Ende 2012 beurlaubt worden, nachdem die Staatsanwaltschaft Erfurt ein Ermittlungsverfahren gegen ihn eingeleitet hatte. Parallel dazu hatte der MDR eigene Ermittlungen angestellt. Dabei nahm der Sender insbesondere die Geldflüsse zwischen einem Mitarbeiter und dem mittlerweile verurteilten ehemaligen Herstellungsleiter des Kinderkanals unter die Lupe. Außerdem hatte die Staatsanwaltschaft dem Sender Mitte Februar Akteneinsicht gewährt. Die arbeitsrechtliche Bewertung der Vorgänge habe nun zur sofortigen Beendigung des Arbeitsverhältnisses mit dem Programmgeschäftsführer geführt, wie der Sender am Donnerstag mitteilte.

Kottkamp selbst bestreitet seine Beteiligung an dem Betrugsskandal, der den Sender seit über zwei Jahren in Atem hält. In einem offenen Brief an Intendantin Karola Wille bezeichnet er sich selbst als "Bauernopfer". Der "Sumpf" beim Kika habe "schon lange vor meiner Amtszeit" bestanden, es sei grotesk, ihm vorzuwerfen, er habe "auf der Klaviatur der Korruption und Unterschlagung mitgespielt". Wille habe in ihrer Funktion als Justiziarin des MDR "wie alle anderen aktiv oder passiv weggeschaut". Außerdem kündigte Kottkamp an, er werde über die "für mich erkennbaren Korruptionsvorgänge im MDR" gegenüber den Gremien und der Presse auspacken. dh
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