MDR-Rundfunkrat genehmigt umstrittene Onlineangebote

Dienstag, 22. September 2009
Grünes Licht für das neue Online-Angebot von Kika
Grünes Licht für das neue Online-Angebot von Kika

Am Ende hat aller Protest nichts genützt: Der MDR-Rundfunkrat genehmigt die beiden Telemedienanbgeote Kikaninchen.de und Kikaplus. Damit können ARD und ZDF das neue Vorschulportal und die Online-Mediathek ihres gemeinsamen Kinderkanals Kika starten. Die verantwortliche ARD-Anstalt MDR war zuletzt scharf für die Angebote kritisiert worden. Laut einem "Spiegel"-Bericht, der aus einem vertraulichen Gutachten des Adolf-Grimme-Instituts zitiert, sind die Kosten für Kikaninchen.de und Kikaplus zu gering kalkuliert. Der Sender geht von rund 320.000 Euro im Jahr allein für Kikaninchen.de aus. Das Grimme-Institut wiederum beziffert schon die Kosten für die Entwicklung eines gut gemachtes, anspruchsvolles Spieles auf 200.000 Euro. Die Mediengruppe RTL beziffert das Doppelte als realistischen Betrag.

Der Konkurrent hatte das Angebot in einem Gutachten hart kritisiert (http://www.mediengruppe-rtl.de/de/pub/ueber_uns/medienpolitik/drei-stufen-tests.cfm). Bei Kikaninchen.de handele es sich um "eine vollständige Kopie des seit 2002 von Super RTL angebotenen Toggolino Clubs", einem werbefreien Internetportal für Vorschulkinder, dessen Werbefreiheit über eine jährliche Abogebühr von 69 Euro finanziert wird.

Auch die privaten Runfunkbetreiber prangern die Kalkulation des MDR an. "Unsere zentralen Kritikpunkte an den vollkommen unzureichenden Konzepten und deren Finanzierung hätten im Prinzip zu einer Ablehnung in toto führen müssen", so Tobias Schmid, Vizepräsident des Verbandes Privater Rundfunk und Telemedien und Cheflobbyist von RTL.

Der Rundfunkrat hat jedoch nur kleinere Auflagen formuliert. So sind die Verweildauern leicht gekürzt worden und auch bei den Kosten muss der MDR etwas nachkalkulieren. pap
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