MDR-Intendantenwahl: Top-Kandidat Bernd Hilder fällt durch

Montag, 26. September 2011
Bernd Hilder wird nicht Intendant des MDR
Bernd Hilder wird nicht Intendant des MDR

Schwere Schlappe für den MDR und Bernd Hilder: Der Top-Kandidat des Senders auf die Nachfolge von Udo Reiter als Intendant verfehlte die nötige Zweidrittel-Mehrheit deutlich. Nach Angaben des MDR stimmten 29 von 41 anwesenden Mitgliedern des Rundfunkrates gegen Hilder. Zuvor hatte das Gremium beschlossen, nur einen Wahlgang zuzulassen. "Schade. Gerne hätte ich dem MDR geholfen, aus seiner Krise herauszukommen", zitiert "Welt Online" den gescheiterten Kandidaten. Offenbar waren zwei Mitglieder des normalerweise 43-köpfigen Gremiums nicht anwesend. Hilder hätte demnach 28 Stimmen gebraucht, um die nötige Mehrheit zu bekommen. "Der Rundfunkrat hat sich als souveränes Gremium demokratisch mehrheitlich gegen Herrn Hilder als MDR-Intendanten entschieden", so Rundfunkratsvorsitzender Johannes Jenichen. "Jetzt erwarten wir einen neuen Wahlvorschlag des Verwaltungsrates, über den wir dann fristgemäß entscheiden werden."

Im Vorfeld der Wahl war es zu Turbulenzen gekommen: Laut Verwaltungsrat sei die Kandidatur Hilders nur auf Druck zustande gekommen. Für den Fall, dass Hilder nicht gewählt würde, beraumte das Gremium eine Sondersitzung an um unverzüglich einen neuen Kandidaten zu bestimmen. Dieses Vorgehen wurde heute jedoch wieder verworfen. Zuvor hatte der "Spiegel" berichtet, dass ein solches Vorgehen laut Gesetzgebungs- und Beratungsdienstes des Landtags von Sachsen-Anhalt vermutlich nicht rechtmäßig sei.

Auf einer weiteren Baustelle - die neben dem Intendanten-Debakel ebenfalls in der Rundfunkrats-Sitzung behandelt wurde - bemüht sich der MDR weiter um Schadensbegrenzung: Reiter informierte das Gremium, dass die Mitte September im Fall Foht durchgeführte Untersuchung der Staatsanwaltschaft den MDR nicht betroffen habe. Für den Sender gehe es nunmehr neben der Aufklärung der Hintergründe vor allem um "eine stabile Lösung für den Programmbereich Unterhaltung". Die Stelle des fristlos gekündigten Foht sei mittlerweile neu ausgeschrieben.  ire
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