MDR-Intendant Udo Reiter kündigt Rückzug an

Freitag, 27. Mai 2011
Abschied nach fast 20 Jahren: Udo Reiter
Abschied nach fast 20 Jahren: Udo Reiter
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Der dienstälteste Senderchef der ARD, MDR-Intendant Udo Reiter, hat seinen Rückzug angekündigt. Der 67-Jährige wird sein Amt vorzeitig abgeben. Reiter stand fast 20 Jahre lang an der Spitze des Mitteldeutschen Rundfunks. "Nach gründlichem Nachdenken" habe sich Reiter entschieden, vorzeitig aus dem Amt zu scheiden. Sein Vertrag läuft eigentlich bis 2015. Er habe den Vorsitzenden des Verwaltungsrates darum gebeten, seinen Dienstvertrag im Laufe des Jahres aufzuheben. "Ich bin im März dieses Jahres 67 Jahre alt geworden und lebe seit 45 Jahren im Rollstuhl. Das hat einige gesundheitliche Spuren hinterlassen", begründet Reiter seinen Rückzug. Zudem seinen 20 Jahre "ja auch genug". Daher sei es Zeit, den Staffelstab an die nächste Generation weiter zu geben. Wann genau Reiter verabschiedet wird, hängt davon ab, wie schnell ein Nachfolger gefunden wird.

Reiter ist der Gründungsindendant des Mitteldeutschen Rundfunks, der als Dreiländeranstalt das Sendegebiet Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen umfasst. Er begann seine Laufbahn nach dem Studium und einem Volontariat beim Bayerischen Rundfunk als Wissenschaftsredakteur beim BR. Nach einer Station als Hauptabteilungsleiter für Politik und Wirtschaft wurde er 1986 Hörfunkdirektor des Bayerischen Rundfunks. 1991 ging Reiter nach Leipzig, um den MDR aufzubauen.

Der Mitteldeutsche Rundfunk ist das erfolgreichste Dritte Programm, wird aber auch häufig als zu volkstümlich kritisiert. Der MDR produziert unter anderem die populäre Krankenhausserie "In aller Freundschaft" und den Leipziger "Tatort" mit Simone Thomalla und dem früheren Hauptdarsteller Peter Sodann.

Zuletzt geriet der MDR durch die Affäre um den Kinderkanal Kika von ARD und ZDF mit Sitz in Erfurt in die Schlagzeilen, für den der MDR federführend verantwortlich ist. Ein inzwischen gefeuerter Herstellungsleiter hatte den Sender mit Scheingeschäften um insgesamt acht Millionen Euro betrogen. Der Abschied falle ihm umso leichter, "als die Probleme um den Kika in der Zwischenzeit weitgehend geklärt sind", zeigt sich Reiter erleichtert. dh
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