MA Pressemedien: Zeitschriften-Nutzung sinkt langsam, aber stetig

Mittwoch, 23. Januar 2013
Der "Focus" hat laut MA Leser verloren
Der "Focus" hat laut MA Leser verloren

Rückschlag für den „Focus": Während die Verantwortlichen bei Burda nach der Veröffentlichung der IVW-Zahlen in der vergangenen Woche angesichts des leichten Plus bei der verkauften Auflage wohl ganz zufrieden waren, schwächelt das Nachrichtenmagazin nun in der Media-Analyse MA 2013 Pressemedien I. 9 Prozent beträgt der Reichweitenverlust im Vergleich zur Erhebung im Juli vergangenen Jahres, die Reichweite sinkt auf 4,5 Millionen Leser. Auch der "Stern" muss bei den tatsächlichen Leserzahlen Einbußen hinnehmen. Für das Nachrichtenmagazin verzeichnet die AG.MA eine Reichweite von 7,3 Millionen Leser und damit ein Minus von 8 Prozent (MA 2012 Pressemedien II: 7,93 Millionen). Der Konkurrent im Norden, der "Spiegel", verliert zwar auch, bei weitem aber nicht so stark. Gerade einmal um 1 Prozent geht die Reichweite zurück, aktuell erreicht das Heft 6,3 Millionen Leser.

MA 2013 Pressemedien I: Reichweite der Top 20 Zeitschriften

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Nach wie vor gehören die Nachrichtenmagazine zu den reichweitenstärksten Zeitschriften in Deutschland. Spitzenreiter ist das Mitgliedermagazin „ADAC Motorwelt" mit 15,9 Millionen Lesern, gefolgt von dem Programmsupplement „Rtv" (10,9 Millionen) und Axel Springers „Bild am Sonntag", die mit 9,9 Millionen Leser auf die drittgrößte Reichweite kommt. Verluste fahren allerdings alle drei ein. "ADAC Motorwelt" verliert 4, "Rtv" 7 und "Bild am Sonntag" 5 Prozent.

„Bei einem immer breiteren Medienangebot entscheidet die Relevanz eines Titels darüber, ob er im Relevant Set des Lesers einen festen Platz behält", sagt Christian Goedecke, Vorstand Publikumszeitschriften der AG.MA. Diesen haben sich in der aktuellen Erhebung vor allem die Programmzeitschriften gesichert. Neben den Supplements behaupten allein sechs von ihnen - unter anderem „TV 14", „TV Spielfilm" und „TV Movie" - ihren Platz unter den 20 reichweitenstärksten Zeitschriften. Insgesamt greifen 62,6 Prozent der über 14-Jährigen zu den Programmies.

Über alle Sparten, egal ob die Leser jung oder alt, männlich oder weiblich, arm oder reich sind, konstatiert die AG.MA zwar einen stetigen, aber langsamen Rückgang der Reichweiten. Wie die aktuelle Analyse Pressemedien I zeigt, greifen 92,2 Prozent der Deutschen zu Publikumszeitschriften - bei einer Grundgesamtheit von 70,2 Millionen Menschen entspricht diese Zahl 64,7 Millionen Leser und einem leichten Rückgang der Netto-Reichweite auf 92,2 Prozent (MA 2012 Pressemedien II: 92,7 Prozent). Beim Blick auf die vergangenen acht Jahre bedeutet dies ein Reichweitenminus von 2,1 Prozentpunkten.

Für AG.MA-Vorstand Goedecke belegen die nach wie vor hohen Nutzungszahlen, „dass Zeitschriften das Potenzial haben, sich im stürmischen Umfeld sprunghaft wachsender Medienangebote nachhaltig zu behaupten". Allerdings müssten sie sich auf ein verändertes Mediennutzungsverhalten vorbereiten und die Stärke der Publikumszeitschriften durch den Blick auf die crossmediale Reichweite als Dachmarken herausstellen, sagt der Marktforscher mit Verweis  auf die MA Intermedia. kl
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