MA 2010/I: "Glamour" und "TV 14" gewinnen

Mittwoch, 20. Januar 2010
"Glamour" gewinnt hinzu
"Glamour" gewinnt hinzu

Trotz der deutlich rückläufigen Auflagen, ist die Gesamtreichweite der Zeitschriften nahezu stabil. In der MA 2010/I  ist die Reichweite gerade mal um 0,62 Prozent gegenüber der MA 2009/II gesunken. Das geht aus der heute von der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse (Agma) veröffentlichten Reichweitenstudie hervor, die auf fast 39.000 Interviews basiert. Trotzdem überwiegt die Zahl der Titel, die Reichweitenverluste zu verzeichnen haben. Nur wenige Überflieger kompensieren die Verluste der Masse. Die höchsten absoluten Reichweitengewinne verzeichnen "Glamour" (plus 290.000 LpA), "TV 14" (plus 250.000) und "Welt der Wunder" (plus 180.000). "Cosmopolitan" (plus 160.000), "Jolie" und "FHM" (je plus 100.000) spielen ebenfalls in der Liga der Reichweitensieger mit.

Die größten Reichweitenverlierer dagegen sind "ADAC Motorwelt" (minus 640.000 LpA), "Bild am Sonntag" (minus 450.000) und „Sport Bild" (minus 320.000). Ebenfalls deutliche Verluste verzeichneten "Hörzu" (minus 280.000) und "Prisma" (minus 220.000).

Die großen aktuellen Magazine verbuchen alle ein leichtes Minus bei der Reichweitenentwicklung. "Der Spiegel", der sich bei den Auflagenentwicklungen zuletzt am besten geschlagen hat, verbucht absolut betrachtet das größte Reichweitenminus der drei Hefte: Mit minus 200.000 LpA sind die Verluste etwas größer als beim "Stern" (minus 190.000 LpA) und "Focus" (minus 110.000 LpA).

Dass sich die Zeitschriftenreichweiten bislang stabil zeigten und jetzt in deutlich geringerem Maße sinken als die Auflagen, ist für Michael Walter, Vorstand Zeitschriften der Agma, keine Überraschung: „Die Menschen lesen nicht automatisch weniger Zeitschriften, nur weil sie weniger Ausgaben kaufen." Insgesamt lesen 93 Prozent der Deutschen ab 14 Jahre die in der MA 2010/I ausgewiesenen 162 Zeitschriftentitel. Pro Person werden durchschnittlich 3,7 Titel genutzt.

Die meist genutzte Zeitschriftengattung stellen mit 61,5 Prozent Reichweite die Programmzeitschriften, gefolgt von den aktuellen Zeitschriften/Magazinen zum Zeitgeschehen (47,6 Prozent). Jeweils knapp ein Drittel der Bevölkerung liest darüber hinaus Motorpresse (33 Prozent), Supplements (31,6 Prozent) und wöchentliche Frauenzeitschriften (31,5 Prozent).

Betrachtet man die Anteile der weiblichen und männlichen Leser, so zeigt sich laut Agma, dass der sprichwörtliche „kleine Unterschied" zwischen den Geschlechtern beim Leseverhalten von großer Bedeutung ist: Während die Hälfte der Männer (49,5 Prozent) die Motorpresse nutzt, sind es nur 17,3 Prozent der Frauen. Fast genau umgekehrt ist das Bild bei den wöchentlichen Frauenzeitschriften: Sie werden von 48,3 Prozent der Frauen, aber nur von 13,6 Prozent der Männer zur Hand genommen. se
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