M. DuMont Schauberg prüft Optionen im Ausland

Donnerstag, 23. Oktober 2008
Konstantin Neven DuMont will die "Frankfurter Rundschau" im Internet ausbauen
Konstantin Neven DuMont will die "Frankfurter Rundschau" im Internet ausbauen

Trotz der aktuellen Turbulenzen auf dem Finanzmarkt und der drohenden Rezession will Konstantin Neven DuMont, Geschäftsführer des Verlags M. DuMont Schauberg (MDS) in Köln, weiterhin 70 Prozent des Reingewinns investieren. Dies verrät der Verleger im Interview mit HORIZONT. Chancen für Wachstum sieht er vor allem im internationalen Geschäft. Derzeit beteiligt sich MDS zu 25 Prozent an der israelischen Zeitung „Haaretz", deren Auflagenwachstum Lust auf mehr macht. „Wir prüfen einige Optionen", bestätigt Neven DuMont, ohne Verlage oder Titel nennen zu wollen. Doch so viel verrät er: „Wir würden uns nicht an einer Zweitzeitung in einer Stadt beteiligen, denn die Marktführerschaft eines Titels ist unser wichtigstes Auswahlkriterium."

„Konstantin Neven DuMont: Die Marktführerschaft eines Titels ist unser wichtigstes Auswahlkriterium.“
Weitere Investitionen plant MDS im digitalen Bereich. Dieses Geschäftsfeld trägt derzeit 10 Prozent zum Gesamtumsatz bei, 2013 sollen es bereits 25 Prozent sein. Wichtigstes Projekt ist in den kommenden Monaten der Relaunch von FR-online.de Anfang 2009. Damit soll die Website der „Frankfurter Rundschau", die aktuell im Agof-Ranking abgeschlagen auf Platz 155 rangiert, wieder an Relevanz gewinnen. „Konvergenz steht hierbei ganz oben auf der Agenda, sodass sich die FR von einem Verlagshaus zum Medien- und Dienstleistungsunternehmen entwickeln wird."

Um sich künftig multimedial besser positionieren zu können, fordert Neven DuMont von der Politik eine Lockerung des Pressefusionsrechts. Auch sein Verlag engagiert sich hierfür. „Derzeit wird mit dem Zeitungsverband Nordrhein-Westfalen diskutiert, wie der Paragraph 33 des Landesmediengesetzes zur Sicherung der Meinungsvielfalt verändert werden könnte, damit höhere Beteiligungsquoten bei lokalen Fernsehsendern möglich werden." Neven DuMont geht davon aus, dass sich hier schon bald etwas bewegen wird. bn
Das komplette Interview lesen Sie in der aktuellen HORIZONT-Ausgabe, die am heutigen Donnerstag erscheint.
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