Lycos verabschiedet sich mit tiefroten Zahlen

Dienstag, 03. März 2009
Der Lycos-Hund ist bald Geschichte
Der Lycos-Hund ist bald Geschichte

Das vor dem Aus stehende Internetunternehmen Lycos Europe hat katastrophale Zahlen für das Geschäftsjahr 2008 vorgelegt. Unter dem Strich brach der Umsatz um 44 Prozent auf 20,9 Millionen Euro ein. Beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) steht ein Minus von 50,8 Millionen Euro in den Büchern. Ein Jahr zuvor hatte Lycos, das Ende November 2008 die teilweise Abwicklung sowie den Verkauf wichtiger Unternehmensbestandteile bekanntgab,  noch einen EBITDA-Verlust von 15,5 Millionen Euro ausgewiesen. Beim Nettoergebnis aller Aktivitäten weist Lycos Europe sogar einen Fehlbetrag von knapp 53 Millionen Euro aus.

Aus der Bilanz für 2008 und das zum Vergleich herangezogene Geschäftsjahr 2007 herausgerechnet wurden die Bereiche, die wie das dänische Portal Jubii und United Domains bereits verkauft wurden oder die noch zum Verkauf stehen. Zur letzteren Kategorie gehört etwa das Shopping-Geschäft, für das noch nach Investoren gesucht wird. Gleiches gilt für die Internetportale. Sollte sich kein Investor zumindest für Teile des in Deutschland inzwischen deutlich eingeschränkten Portalgeschäfts finden, droht diesem wie dem Webhosting die endgültige Schließung. Nach Angaben eines Sprechers könnte die Liquidierung noch im 1. Quartal anstehen.

Für andere Geschäftsteile wurden inzwischen Käufer gefunden. So geht die Newssuche Paperball an die Paperball GmbH, München. Die Suchmaschine Fireball gehört nun zum Schweizer Unternehmen Ambrosia in Zug. Marke und Domains des französischen E-Mail-Dienstes Caramail wurden von United Internet, Montabaur, übernommen. Die Holding Conversis Hosting, Duisburg, führt den Free-Hosting-Dienst MultiMania weiter. Und der Lycos-Chat wird am 9. März an den neuen Betreiber Noesis Systems Ltd mit Sitz im britischen Lancashire übertragen. Über die einzelnen Kaufpreise wurde Stillschweigen vereinbart. mas
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