Lycos rutscht erneut ins Minus / Ärger mit Großaktionär

Montag, 04. August 2008
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Der chronisch defizitäre Internetkonzern Lycos Europe muss im 1. Halbjahr 2008 einen deutlichen Umsatzrückgang hinnehmen. Mit 33,3 Millionen Euro liegt das niederländische Unternehmen 19 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum. Das Ebitda beläuft sich auf minus 10,9 Millionen Euro gegenüber minus 7,6 Millionen Euro im 1. Halbjahr - das ist ein Rückgang um 43 Prozent. Aufgrund eines radikalen Sparkurses konnten die betrieblichen Kosten um 5,5 Millionen Euro gesenkt werden.

Mit einer Produktoffensive will Lycos den Weg aus der Krise schaffen. So soll beispielsweise das Ratgeberportal Decido ausgebaut werden, das die Lycos-Tochter Pangor Mitte April gestartet hat.

Dass Lycos den Sprung in die schwarze Zahlen schafft, dürfte auch im Interesse von Großaktionär Bertelsmann liegen, dessen Intertnetholding gemeinsam mit Fireball und der Jahr Vermögensverwaltungs GmbH 20 Prozent der Lycos-Anteile hält. CEO Christoph Mohn, der Sohn von Bertelsmann-Patriarch Reinhard Mohn, hält selbst 12,1 Prozent der Anteile. 32,1 Prozent der Anteile werden von der  Telefonica-Tochter LE Holding gehalten, die restlichen gut 35 Prozent befinden sich im Streubesitz.

Unterdessen hat der Aktionär LE Holding eine Untersuchung der Unternehmenspolitik und des Geschäftsgebarens von LYCOS Europe bei der Unternehmenskammer des Berufungsgerichts in Amsterdam beantragt. Lycos Europe werde den Inhalt des Antrags prüfen und wollte den Vorgang zum jetzigen Zeitpunkt nicht kommentieren. bn/mas
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