Lycos Europe peilt nach Verlustsenkung Break-even für Ende 2002 an

Mittwoch, 13. März 2002

Lycos Europe sieht Licht am Horizont. In der Zeit von Anfang Juli bis Ende Dezember 2001 hat das Internetportal 68,8 Millionen Euro umgesetzt und damit die Erlöse im Vergleich zum Vorjahr um 21 Prozent gesteigert. Den Jahresfehlbetrag konnte die Bertelsmann-Tochter von 160 Millionen Euro im Vorjahr auf 67,5 Millionen Euro senken.

Dies führt das Unternehmen in erster Linie auf drastische Einsparungen im Marketing zurück. Da bereits ein hoher Markenbekanntheitsgrad in ganz Europa erreicht gewesen sei, habe man die Aufwendungen für Vertrieb und Marketing um 84 Prozent auf 16,4 Millionen Euro gekürzt, teilt Lycos Europe mit.

Dagegen sind die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung im 2. Halbjahr 2001 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 37 Prozent auf 20,3 Millionen Euro angestiegen. Zu wahren Wachstumsmotoren haben sich den Angaben zufolge die Bereiche E-Commerce, Lizenzen und Internetzugang entwickelt. Diese seien um 73 Prozent gewachsen und hätten fast 70 Prozent des Gesamtumsatzes ausgemacht.

Ausschlaggebend für die Reduzierung des Verlusts dürften auch die Restrukturierungsmaßnahmen im 3. Quartal 2001 gewesen sein. Lycos Europe hatte im September vergangenen Jahres konzernweit 300 Stellen gestrichen und die Geschäftstätigkeit in Österreich, Finnland, Polen und der Schweiz beendet.

Auch für dieses Jahr kündigt das Unternehmen eine Fortsetzung der Restrukturierungsmaßnahmen an. So werde man sich auch weiterhin darauf konzentrieren, die Betriebskosten zu senken. Ziel sei es, den Break-even vor Steuern, Abschreibungen und Zinsen im letzten Quartal des Kalenderjahres 2002 ohne zusätzliche Finanzierung zu erreichen. Ende 2001 hatte Lycos Europe noch knapp 289 Millionen Euro auf der hohen Kante, knapp 65 Millionen Euro weniger als ein Jahr zuvor.
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