Look lässt Frau im Spiegel jünger aussehen

Mittwoch, 16. August 2006
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Der Hamburger Verlag Gruner + Jahr erwägt, seinen fast 60 Jahre alten Frauentitel "Frau im Spiegel" in Zukunft parallel unter dem Label "Look" zu verkaufen. Ziel ist, mehr und vor allem jüngere Leserinnen ab 30 Jahren für das wöchentliche Heft zu gewinnen. "Frau im Spiegel" ist erst 2003 umfassend relauncht und neu positioniert worden - doch offenbar schreckt die angestaubte Marke die nachwachsende Leserinnen-Generation ab. Diese "Doppelheftstrategie" testet G+J nun bis Ende September in Baden-Württemberg und Hessen. Sechs Wochen lang wird der Einzelhandel zusätzlich zu "Frau im Spiegel" mit insgesamt 50.000 "Look"-Heften beliefert. Das Heft ist nahezu identisch mit "Frau im Spiegel", kommt allerdings mit einem eigenen Cover samt Titelgeschichte sowie mehr People- statt Rätselseiten daher.

Die Anzeigenbelegung ist identisch - eine Voraussetzung für die angestrebte gemeinsame IVW-Ausweisung. Anzeigenkunden erhalten die Platzierung in "Look" während des Tests und, wenn er erfolgreich verläuft und die Doppelstrategie womöglich bundesweit fortgeführt wird, bis Jahresende gratis hinzu. Erst für 2007 will sich "Frau im Spiegel"-Verlagsleiter Wilhelm Jacob weitere Gedanken zum Anzeigenpricing machen.

Als Erfolg definiert Jacob einen positiven Saldo - also nach Verrechnung von Kannibalisierungseffekten - von wöchentlich 15.000 bis 25.000 zusätzlich verkauften Heften beider Titelmarken in beiden Bundesländern zusammen. Um "Look" in der Startphase zu pushen, gilt für die ersten beiden Ausgaben ein Einführungspreis von 1 Euro, danach kostet "Look" wie "Frau im Spiegel" 1,50 Euro. Zudem flankieren regionale Plakatkampagnen den Launch von "Look" (Agentur: KNSK, Hamburg).

Ende September will G+J darüber entscheiden, ob die Marke bundesweit parallel zu "Frau im Spiegel" eingeführt wird und sich damit als potenzielle Nachfolgerin eines möglicherweise schleichend auslaufenden Labels "Frau im Spiegel" aufstellt. Ab dieser Woche präsentiert sich das Traditionsblatt jedenfalls noch mit einem aufgefrischten Layout - eben jenes, das nun auch in "Look" zu sehen ist (Agentur: Bartos Kersten, Hamburg). rp



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