"Lonely Planet Traveller" im Check: Fernweh garantiert

Dienstag, 11. Dezember 2012
Die erste Ausgabe des Magazins liegt ab Mittwoch am Kiosk
Die erste Ausgabe des Magazins liegt ab Mittwoch am Kiosk

Am heutigen Dienstag kommt mit "Lonely Planet Traveller" ein neues Reisemagazin an die hiesigen Kioske. Der Zeitpunkt mag Zufall sein, ist aber trotzdem gut gewählt: Während sich der Winter aktuell von seiner ungemütlichen Seite präsentiert, macht das Magazin mit tollen Fotos und vielen praktischen Reisetipps Lust darauf, sofort die Koffer zu packen. Der Name verpflichtet. Seit 1976 haben die Reiseführer von "Lonely Planet" Millionen Reisende bei ihren Trips rund um die Welt begleitet. 2010 wurde der 100 millionste Reiseführer gedruckt. Bis heute sind die Bücher mit dem berühmten blauen Logo für viele Individualreisende die erste Wahl, um sich über Land und Leute zu informieren und vor Ort jederzeit praktische Tipps zur Hand zu haben.

Seit 2008 erscheint unter dem bekannten Markennamen auch ein Reisemagazin. Mittlerweile existieren elf Lizenzausgaben des ursprünglich in Großbritannien beheimateten Magazins, unter anderem in Frankreich, Spanien, Brasilien und seit kurzem sogar in China. In Deutschland hatte sich angesichts eines eng besetzten Segments mit Platzhirschen wie "Merian" und "Geo Saison" sowie zahlreicher Nischentitel bislang kein großer Verlag an eine Lizenzausgabe gewagt. Doch die deutsche Ausgabe von "Lonely Planet Traveller" aus dem Hamburger Verlag Life Magazin hat das Zeug dazu, frischen Wind in das Segment der Reisemagazine zu bringen.

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Schöne Einstimmung: Die Pubrik "Postkarten"
Schöne Einstimmung: Die Pubrik "Postkarten"

Schon die erste Rubrik "Postkarten" mit den "schönsten Momentaufnahmen von unterwegs" – überzeugt mit einer erfrischenden Mischung aus professionellen Aufnahmen und Schnappschüssen von Laienfotografen, anstatt lediglich am Computer perfektionierte Landschaftspanoramen zu zeigen. Ein wenig willkürlich zusammengewürfelt wirkt dagegen die Rubrik "Planet Erde", in der sich Nachrichten und aktuelle Reisetipps (Was kostet eigentlich ein Trip ins Weltall?) finden, aber auch die Schattenseiten des modernen Massentourismus thematisiert werden ("Darf man noch in die Arktis reisen?").

Seine Stärken spielt das Magazin aber vor allem da aus, wo die Kernkompetenzen von "Lonely Planet" im Mittelpunkt stehen: Die Beschreibung der schönsten Reiseziele rund um den Globus. In "10 Kurztrips" werden die besten Ziele für Kurztrips für die kommenden Monate vorgestellt. Die Texte sind kurz und knackig, die Begründung der Auswahl ("Warum jetzt?") gut nachvollziehbar, die wichtigsten Infos und Tipps werden in aller Kürze ebenfalls mitgeliefert.

Der Höhepunkt des Magazins sind allerdings die ausführlichen und üppig bebilderten Reisereportagen von "Lonely Planet"-Autoren und Korrespondenten. Dass man mit der Inselwelt Thailands nicht gerade einen ausgesprochenen Geheimtipp zur Titelgeschichte gemacht hat, liegt sicherlich daran, dass man am Kiosk zum Start mit einem populären und zugkräftigen Reiseziel möglichst viele potenzielle Leser anlocken will. Abseits ausgetretener Pfade bewegen sich dagegen die Reportagen aus dem sich gerade öffnenden Myanmar und aus Spitzbergen. Für die deutsche Erstausgabe verraten außerdem die Chefredakteure von fünf "Lonely Planet Traveller"-Ausgaben die besten Insider-Tipps aus ihren Heimatstädten, darunter London, Bangkok, Mumbai und Buenos Aires.

Auch wer mangels Zeit, Geld oder Abenteuerlust lieber medial in die Ferne schweift, kommt bei "Lonely Planet Traveller" auf seine Kosten: In der Rubrik "Welt im Wohnzimmer" stellt die Redaktion aktuelle Reisebücher, Bildbände, Filme und Websites vor, die Lust auf die nächste Reise machen. Eine sehr schöne Idee sind außerdem die sechs heraustrennbaren Mini Guides für die Hosentasche, für die sogar eigens stärkeres Papier verwendet wurde.

Fazit: "Lonely Planet Traveller" macht mit tollen Fotos, spannenden Reportagen und gut recherchierten Tipps und Anregungen schon beim Durchblättern Lust auf den nächsten eigenen Trip. Mehr kann man von einem Reisemagazin eigentlich kaum erwarten. dh

Die Coverstory widmet sich Thailands Inselwelt
Die Coverstory widmet sich Thailands Inselwelt
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