Like-Buttons: Facebook wird im Netz allgegenwärtig

Donnerstag, 22. April 2010
Der Like-Button könnte bald allgegenwärtig sein
Der Like-Button könnte bald allgegenwärtig sein

Der Like-Button von Facebook könnte im Internet bald allgegenwärtig sein. Gestern stellte das Unternehmen auf seiner Entwicklerkonferenz f8 eine neue Schnittstelle vor, mit denen Seitenbetreiber ihre Angebote noch besser mit Facebook verknüpfen können. Der Like-Button kann somit ab sofort auch auf externen Seiten eingebunden werden. Das Prinzip: Jedes Facebook-Mitglied kann auf Websites, auf der der Button auftaucht, spontan seine Meinung zu beliebigen Inhalten kundtun. Das können Bilder, redaktionelle Texte, aber auch Produkte in einem Online-Shop sein. Sobald jemand aus dem eigenen Facebook-Freundeskreis die gleiche Seite besucht, wird ein entsprechender Hinweis eingeblendet. Damit überwindet Facebook die Grenzen der geschlossenen Community.

Beobachter sind sich einig, dass diese Schnittstelle ein genialer Schachzug von Facebook ist, da die Community so die Vorlieben seiner weltweit 400 Millionen Mitglieder analysieren und im Idealfall auch gewinnbringend vermarkten kann. Facebook wird damit zu einem gigantischen Empfehlungsnetzwerk. 

"Facebook kann dadurch in Realtime gewichtete Ergebnisse liefern, die auf den Vorlieben des Freundeskreises bestehen", schreibt Nico Lumma, Director Social Media bei Scholz & Friends in seinem Blog: "Das ist ein massiver Vorteil im Kampf um die Aufmerksamkeit der User. Und ganz nebenbei profitiert Facebook davon, daß überall im Web die "Like"-Buttons auftauchen werden, da sich die Websites Traffic von Facebook versprechen und damit dafür sorgen, daß Facebook, und damit auch die eigenen Freunde bei Facebook, im Web allgegenwärtig werden."

Aus Nutzersicht gibt es allerdings auch Schattenseiten: Facebook wird zum permanenten Beobachter seiner Mitglieder im Netz. Die Diskussion um den Umgang mit Nutzerdaten dürfte wieder angeheizt werden. Das Unternehmen stand in der jüngsten Vergangenheit bereits mehrfach wegen seines laxen Umgangs mit Benutzerdaten in der Kritik, unter anderem weil Benutzerdaten an Dritte weitergegeben werden können. dh
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