Liberty gibt Kartellamtforderungen nach

Freitag, 11. Januar 2002

Der Kabelnetzbetreiber Liberty Media ist offensichtlich von seiner harten Verhandlungsposition abgerückt, um die Zustimmung des Bundeskartellamts zur Übernahme der regionalen Kabelnetzgesellschaften der Deutschen Telekom zu erhalten. In einer umfangreichen Stellungnahme an das Bundeskartellamt erklärte sich das Unternehmen bereit, stärker in Telefonie und Internetdienste zu investieren sowie einen offenen Standard bei den TV-Decodern zu verwenden.

Gegen diese Forderungen der Wettbewerbswächter hatte sich Liberty bisher mit Verweis auf die eigene unternehmerische Freiheit verwahrt. Jetzt möchte das Unternehmen mit seinen geänderten Prioritäten demonstrieren, dass der Markteintritt von Liberty zu einer Verstärkung des Wettbewerbs auf drei deutschen Märkten führen wird: Inhalte (Produktion von TV- Sendungen und Filmen), Pay-TV und Netze (Internetzugang und Telefonie).

Liberty wolle danach durch gezielte Anreize und durch Kooperationen mit deutschen Produzenten und/oder Fernsehveranstaltern die Schaffung neuer, innovativer Fernsehkanäle (Spartenprogramme, thematische Kanäle, regionale Programme) anregen, die zu Pay-TV- Paketen zusammengestellt werden könnten. Ferner sei Liberty der einzig starke Anbieter, der mit einer eigenen Netz-Infrastruktur gegen die Deutsche Telekom in den Bereichen Schneller Internet-Zugang und Telefondienste konkurrieren könne.
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