Liberty Media und Callahan schielen auf Tele Columbus

Montag, 25. Juni 2001

Die Deutsche Bank wird voraussichtlich ihre Kabel-Fernseh-Tochter Tele Columbus verkaufen. Die Käufer werden wahrscheinlich die US-Unternehmen Liberty Media und Callahan sein. Die Verhandlungen mit den Interessenten sind bereits angelaufen. Tele Columbus betreibt in mehreren Bundesländern Kabelnetze mit 2,2 Millionen angeschlossenen Haushalten.

Die US-Unternehmen wollen sich mit neuen Geschäftsmodellen für das Kabel-Fernsehen den deutschen Medienmarkt erschließen und haben so bereits entsprechende Akquisitionen in Deutschland getätigt. Callahan hat von der Deutschen Telekom mehrheitlich deren regionale Kabelgesellschaften in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg übernommen; Liberty Media hat mit der Telekom den Kauf der restlichen regionalen Kabelgesellschaften vereinbart.

Der Verkauf von Tele Columbus zeigt an, dass die Deutsche Bank in ihrer Kabel-TV-Strategie gescheitert ist. Ursprünglich wollten die Banker durch Zukäufe den zersplitterten Kabelnetzmarkt einen und mit Gewinn verkaufen oder an die Börse bringen. Die Übernahme der Telekom-Netze misslang, da Telekom-Vorstandschef Ron Sommer das Angebot von 10 Milliarden Mark für das gesamte Netz zu niedrig war.
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