Lektüren wird vorerst gestoppt und bekommt ein breiteres Konzept

Montag, 09. März 1998

Das monatlich geplante Literatur-Magazin "Lektüren" aus der Stuttgarter Verlagsgruppe von Holtzbrinck wird vorerst nicht erscheinen. Die Testverkäufe betrugen - auf die Bundesrepublik hochgerechnet - 100.000 bis 110.000 Exemplare. "Ich hätte gern 150.000 gesehen", nennt Projektleiter Christian Erhorn einen Grund für den Stop. Die Münchner Redaktion um Chefredakteur Knud von Harbou wurde aufgelöst. Bei den getesteten Copypreisen von 5 beziehungsweise 7,50 Mark je nach Region habe sich der Betrag von 5 Mark als realisierbar erwiesen. Um mehr als nur die Deckungskosten zu erzielen, seidaher ein starkes Anzeigengeschäft mit 45 bis 50 Anzeigenseiten pro Ausgabe notwendig. Der Buchmarkt ist jedoch eher zurückhaltend, was die Schaltung von Anzeigen angeht. Hinzu kommt, daß Buchverlage im allgemeinen einen Sonderpreis bekommen. Die Entwicklungskosten für "Lektüren" von knapp über eine Million Mark könnten sich dennoch auszahlen. Um eine breitere Leserschaft und die Markenartikler zu erreichen, wird das Heftkonzept geändert. Der Schwerpunkt Bücher bleibt. "Gut lesbare Kultur", sagt Erhorn, soll "Lektüren" ergänzen. Gemeint sind Themen wie klassische Musik, Veranstaltungen,Theater und Kino. Noch 1998 soll die Entscheidung über die Markteinführung fallen. Der Copypreis wird zwischen 5 und 6 Mark liegen. Erhorn: "Wir sind der Überzeugung, daß hochpreisige Titel keine Chance haben, hohe Auflagenzahlen zu erreichen."
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