Leistungssschutzrecht: Verlage prüfen Verwertung

Donnerstag, 04. Juli 2013
Der Spiegel-Verlag soll zu den Auftraggebern des Gutachtens gehören
Der Spiegel-Verlag soll zu den Auftraggebern des Gutachtens gehören

Am 1. August tritt das Leistungsschutzrecht in Kraft und die Verlage prüfen nun, wie sie ihre damit verbundenen Ansprüche am besten wahrnehmen können. Nach HORIZONT-Informationen haben mehrere Verlage eine Anwaltskanzlei mit einem Gutachten beauftragt. Dieses soll darlegen, welche Vor- und Nachteile die Gründung einer neuen Verwertungsgesellschaft oder die Anbindung an eine bestehende Organisation wie zum Beispiel die VG Wort oder Pressemonitor hätte. Die Ergebnisse sollen in den nächsten Wochen vorliegen. Mit von der Partie sollen unter anderem Spiegel-Verlag und Hubert Burda Media sein. Burda bestätigt lediglich, verschiedene Optionen zu prüfen, der Spiegel Gespräche. Darüber hinaus wollen sich beide nicht äußern.

Die Verlage dürften an einer schnellen Entscheidung interessiert sein, hat Google doch bereits vergangene Woche auf die neue Rechtslage reagiert und ein Bestätigungsverfahren eingeführt. Danach werden Inhalte ab August nur noch dann in Google News gezeigt, wenn die Publisher vorher ihre Zustimmung zur - wohlgemerkt unentgeltlichen - Nutzung durch die Suchmaschine gegeben haben und damit auf Lizenzgebühren verzichten.

VDZ-Manager Christoph Fiedler
VDZ-Manager Christoph Fiedler
Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) hat seine Mitglieder Ende Juni vor einer vorschnellen Zustimmung gewarnt. In dem Schreiben heißt es: Wir möchten daran erinnern, dass eine Wahrnehmung des Leistungsschutzrechtes grundsätzlich individuell oder durch eine Verwertungsgesellschaft erfolgen kann. In der Branche werden die ökonomischen und rechtlichen Rahmenbedingungen einer Verwertungsgesellschaft derzeit detailliert geprüft. Eine Entscheidung über die Gründung einer solchen Gesellschaft ist in allernächster Zeit zu erwarten."

Der VDZ selbst kann sich aus kartellrechtlichen Gründen nicht einbringen, so Christoph Fiedler, Geschäftsführer Europa- und Medienpolitik. pap
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