Leistungsschutzrecht: Google will runden Tisch im Kanzleramt

Mittwoch, 01. August 2012
Google signalisiert Gesprächsbereitschaft
Google signalisiert Gesprächsbereitschaft

Eine "Lex Google" - genau die hätte das Leistungsschutzrecht für Presseverlage eigentlich nicht werden sollen. Doch scheinbar hat der Aufschrei von Internetwirtschaft und Netzaktivisten genau eine solche bewirkt. Google selbst sieht jetzt erst recht Gesprächsbedarf. Im US-Konzern, der laut Gesetzesentwurf „in besonderer Weise" auf Rückgriffe auf Verlagserzeugnisse angewiesen sei, herrscht Unverständnis. Google sei "in vielen Bereichen ein wichtiger Partner der Verlage" und habe selbst ein großes Interesse an qualitativ hochwertigem Journalismus, sagt Sprecher Kay Oberbeck. Deshalb sei es an der Zeit, auf Einladung des Bundeskanzleramtes alle Beteiligten an einen runden Tisch zu bringen, da die Idee eines Leistungsschutzrechtes für Presseverlage momentan völlig in die Irre führen würde. Schließlich profitierten Verlage "in erheblichem Umfang" von Suchmaschinen und anderen Online-Diensten: "Alleine durch Google werden pro Minute 100.000 Klicks auf Verlagsseiten weitergeleitet."

Oberbeck verweist außerdem auf die Möglichkeit für Verlage, sich bereits jetzt gegen die Nutzung durch Googles Suchmaschine zu wehren. Mit speziellen Auszeichnungen im Quelltext einer Seite können diese komplett vor einer Aufnahme im Suchindex bewahrt werden, auch die Anzeige von Textausschnitten bei den Sucherergebnissen lässt sich unterbinden. Oberbeck: "Ein Leistungsschutzgesetz schützt niemanden und schadet allen - Nutzern, Verlagen, Suchmaschinen und der deutschen Wirtschaft." kl
 

 

 
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