Lego verärgert Einzelhändler mit dem Ausbau seines E-Commerce-Angebots

Mittwoch, 24. Januar 2001
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LEGO Präsenz Landessprache Peter Dalm Europa


Lego will seine Präsenz im Internet verstärken. Entsprechende Sites in Landessprache sind in Vorbereitung. Unter dem Label Lego Direct soll die Community-Bildung vorangestrieben werden. "Da haben wir in der Vergangenheit zu wenig getan", gibt Peter Dalm, Chef von Lego Central Europe zu. Zudem wird der Bereich E-Commerce ausgebaut. Künftig soll das Standard-Sortiment angeboten werden, hinzu kommen Extras wie große Skulpturen, teure Modelle für Fans, Downloads und Online-Games.

Der Einzelhandel beobachtet diesen geplanten Vorstoß mit Sorge. "Lego fällt uns von hinten ins Kreuz", beschwert sich ein Betroffener. Darüber hinaus bereitet den Spielwaren-Einzelhändlern das zum Teil preisaggressive Angebot von Online-Händlern Sorgen. Dies, obwohl Lego harte Bedingungen stellt, wenn die E-Commerce-Anbieter beliefert werden sollen. Die jeweiligen Unternehmen müssen unter anderem 18 Monate auf dem Markt sein und mindestens zwei Weihnachtsgeschäfte überlebt haben. Es muss mindestens 80 Lego-Artikel im Sortiment haben und das Fulfillment gewährleisten. Zur Überprüfung hat Lego sogar ein eigenes Panel aufgebaut.

Mit dem Vorstoß im Internet hofft Dalm auf positive Einflüsse auf die Offline-Marke und steigende Umsätze. Im vergangenen Geschäftsjahr musste Lego 300 Millionen Mark Umsatzverluste hinnehmen und hat das Jahr bei etwas über 2 Milliarden Mark abgeschlossen.
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