"Lebensmittel Zeitung" ist umsatzstärkste Fachzeitschrift

Mittwoch, 18. Mai 2005

Obwohl im aktuellen HORIZONT-Ranking der Top 50 Fachzeitschriften zahlreiche Titel die Plätze getauscht haben, zeigt sich das Printsegment im Geschäftsjahr 2004 insgesamt stabil. Umsatzstärkstes Fachblatt ist erneut die "Lebensmittel Zeitung" (Verlagsgruppe Deutscher Fachverlag) mit einem Umsatz von 37,2 Millionen Euro. Es folgt das "Deutsche Ärzteblatt" (Deutscher Ärzte-Verlag) mit 36,5 Millionen Euro und die "Ärzte Zeitung" (Springer SBM/Ärzte-Zeitung-Verlag) mit 26,7 Millionen Euro Umsatz.

Auch der Kongress der Deutschen Fachpresse diese Woche in Wiesbaden thematisiert Trends, die - angesichts der schwachen Binnenkonjunktur - bereits gängige Praxis sind: Der Ausflug in den Markt der Publikumszeitschriften, das Angebot von Messeveranstaltungen sowie die Intensivierung des Auslandsengagements haben zum Ziel, stagnierende Umsätze und Renditen im deutschen Markt aufzubessern.

Prominentes Beispiel für den Ausflug ins Segment der Publikumstitel ist der Medical Tribune Verlag in Wiesbaden, der im März den Titel "Medical Tribune - von Ärzten für Sie" launchte. Ulrich Hermann, scheidender Geschäftsführer des Medical Tribune Verlags und künftiger Geschäftsführer Wolters Kluwer Deutschland, sieht den Gesundheitsmarkt als prädestiniert für Aktivitäten des Fachverlags.

"Vor allem junge Menschen verstehen sich immer mehr als mündige Patienten." Daraus entstehe neues Informationsbedürfnis - also wurde "Medical Tribune (MT) - von Ärzten für Sie" auf den Markt gebracht.

Dass es bei solchen Neugründungen um mehr als ums Image geht, zeigt "Urlaub Perfekt". "Schon seit der ersten Ausgabe schreiben wir schwarze Zahlen", sagt Stefan Moosleitner, Geschäftsführer des herausgebenden Verlags Dieter Niedecken, Hamburg. Der verdient sein Geld überwiegend mit Touristik-Fachmagazinen wie "FVW International" und "Travel Talk".

Mit dem Reisemagazin wagte sich Niedecken erstmals vor knapp drei Jahren auf den Publikumsmarkt, der sich zu einem wichtigen Standbein entwickeln soll. Moosleitner: "Durch strukturelle Veränderungen wie die Zunahme des Internetvertriebs im Tourismus rückt für uns der Endverbraucher stärker in den Fokus."

Auch bei einer Reihe anderer Fachverlage gibt es - verstärkt seit 2001 - einen Trend ins Consumersegment. So wendet sich der Nürnberger Hans Carl Verlag mit dem Lifestyle-Magazin "Biercult" an eine breite Leserschaft. Bei der WDV-Gruppe, Bad Homburg, existieren neben dem Fachblatt "Touristik Report" der Kiosktitel "Abenteuer & Reisen" sowie das TUI-Kundenmagazin "Welcome". rol/zo

Mehr dazu in der aktuellen Ausgabe von HORIZONT vom 19. Mai.
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