"Leaving TV behind": Wie man Online-Videos vom Hühnerzaun befreit

Donnerstag, 13. September 2012
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Was haben Hühner mit Online-Videos zu tun? Wolfgang Blau, Online-Chef von der "Zeit", leitete die Gesprächsrunde "Leaving TV behind - The Future of impactful online video commercial" mit einer kleinen Analogie ein.
Die ganze Story: Eine Jugendfreundin sei auf einem Bauernhof groß geworden und habe eines Tages das Experiment gewagt, den Zaun des Hühnergeheges zu entfernen. Und siehe da: Es passierte nichts, die Tiere blieben wo sie waren. Bis das erste Huhn ausbüchste - schließlich folgten alle anderen nach. "TV-Werbung ist der Zaun, Online-Videos die Hühner", übertrug Blau seine kleine Anekdote in die Gegenwart.

Die Frage, die schließlich auf dem Panel verhandelt wurde, war nicht, ob die großen Budgetshifts von TV zu online kommen, sondern wann. Einer der es vormacht, ist der Autobauer VW: Anhand der Kampagne Onething für den neuen Golf VII erklärte Online Communications Manager Judith Wilhelm, wie VW On- und Offline verknüpft: In bis zu 35 Spots, die sowohl im TV als auch im Netz zu sehen sind, wird der Zuschauer letztendlich auf eine Website ausgeleitet, "wo dann die ganze Action ist."

Für Pierre Chappez vom Bewegtbilddistributor Ebuzzing ist dies auch das überzeugendste Argument für Online-Videos: Sie laden zu direkter Interaktion ein, TV-Spots könnten das nicht: "Online-Video sind social: Die User teilen die Spots und diskutieren mit ihren Freunden darüber." Das funktioniere aber nur, wenn der Inhalt ansprechend ist, oder, wie Podiums-Teilnehmerin Ashley Swartz (Furios Minds) ein altbekanntes Bonmot bemühte: "Content is King!"

Stimmt auch nicht ganz, meldeten sich hierzu die Online-Riesen zu Wort: Ebenso wichtig wie erstklassige Inhalte seien Premium-Umfelder, verkündeten Google-Mann Benjamin Faes und Yahoo-Manager Christophe Parcot unisono: Yahoo hat gerade sein Videoangebot Yahoo Screen ausgebaut, und Google experimentiert auf Youtube mit Werbeformaten, bein denen der User zuvor wählen kann, welche Spots er sehen möchte - die Mehrzahl der User habe die Werbung in der Folge bis zum Ende gesehen, so Faes. ire
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