Landgericht untersagt Springer Berichterstattung über No Angel Benaissa

Mittwoch, 15. April 2009
Bild.de-Bericht zur Affäre um Nadja Bennaissa
Bild.de-Bericht zur Affäre um Nadja Bennaissa

In zahlreichen Zeitungen sorgt der Fall der "No Angels"-Sängerin Nadja Bennaissa heute für Schlagzeilen. Das Langericht Berlin hat nun per einstweiliger Verfügung den Medien des Axel-Springer-Konzerns untersagt, weiter über das eingeleitete Ermittlungsverfahren wegen schwerer Köperverletzung und die Untersuchungshaft des Popstars zu berichten. Die "Bild"-Zeitung hatte als erste das Thema aufgegriffen. Bei seiner Entscheidung habe das Landgericht zwischen dem öffentlichen Informationsinteresse sowie dem Persönlichkeitsschutz des Popstars abgewogen und in diesem Fall die Privatsphäre der Sängerin als wichtiger eingestuft. Selbst die Tatsache, dass der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft gegenüber der Boulevardzeitung zu dem Fall ein Interview gegeben hat, ließe keine andere Bewertung zu.

Sobald die einstweilige Verfügung bei Axel Springer eingegangen ist, dürfen die Medien des Unternehmens nicht mehr über den Fall berichten - das gilt auch für die Websites. Ansonsten droht eine Strafe von bis zu 250.000 Euro. Derzeit ist der Fall noch immer das Top-Thema auf Bild.de (Stand: 15. April, 17.30 Uhr).

Wie ein Unternehmenssprecher gegenüber HORIZONT.NET bestätigt hat, will Springer Widerspruch gegen die einstweilige Verfügung einlegen. Nach Meinung von "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann ist das Berichterstattungsverbot "ein schwerer Angriff auf die Pressefreiheit". Er verweist auf den Status der Band als eine der erfolgreichsten Pop-Gruppen der letzten Jahre und ihrem hohen Ansehen gerade bei Jugendlichen: "Angesichts dieser Vorbildfunktion, aber auch der Schwere der strafrechtlichen Vorwürfe gegen Nadja Benaissa ist das öffentliche Interesse an der Berichterstattung nicht im Ansatz zu bestreiten."

Das Bandmitglied der Popband "No Angels" steht unter Verdacht, einen Mann bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr mit HIV angesteckt zu haben, obwohl sie zu diesem Zeitpunkt bereits von ihrer eigenen Infektion wusste. Benaissa sitzt derzeit in Frankfurt in Untersuchungshaft. bn
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