Landesmedienanstalten loben RTL und Sat 1

Donnerstag, 15. Januar 2009

RTL und Sat 1 dürfen sich über ungewohntes Lob freuen: Nach einer Untersuchung der Landesmedienanstalten hat sich der "positive Trend" bei den regionalen Fensterprogrammen der Privatsender fortgesetzt. So werde mittlerweile größtenteils auf Gewinnspiele verzichtet. Deren Anteil liegt nur noch bei durchschnittlich 3,9 Prozent. 2005 hatte der Anteil noch bei 5,1 Prozent gelegen. Auch überlange Wetterberichte, die den Medienwächtern in der Vergangenheit negativ aufgefallen waren, sind aus den Regionalfenstern verschwunden.

"Damit erfüllen die Programmfenster die gesetzlichen Voraussetzungen für eine medienkonzentrationsrechtliche Berücksichtigung", erklärte der Vorsitzende der Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) der Landesmedienanstalten, Thomas Langheinrich. Die Berücksichtigung kann entscheidend sein, falls ein Sender oder eine Sendergruppe die konzentrationsrechtliche zulässige Grenze von 25 Prozent Marktanteil überschreitet. Da die Regionalfenster von RTL und Sat.1 die Vorgaben erfüllen, werden den Senderfamilien zwei Prozent Marktanteil "erlassen", weitere drei Prozent werden abgezogen, weil Drittsendezeiten zur Verfügung gestellt werden.

Allerdings bemängeln die Medienhüter bei zwei Programmfenstern in Nordrhein-Westfalen und Hessen eine Tendenz hin zu "Human Touch Themen", die als grenzwertig im Sinne der Fernsehrichtlinie eingeschätzt wird. "Insgesamt überwiegt aber das Positive", betont der ZAK-Beauftragte für Programm und Werbung der Landesmedienanstalten, Norbert Schneider: "Der seit Einführung der Fernsehfensterrichtlinie sich abzeichnende positive Trend hat sich bei der Programmgestaltung fortgesetzt."

Untersucht wurden über einen Zeitraum von einem Jahr insgesamt 200 Einzelsendungen und über 100 Programmstunden, die stichprobenartig nach dem Zufallsprinzip ausgewählt wurden. Die Fernsehfensterrichtlinie gibt eine Bruttosendezeit von 30 Minuten vor, davon sechs Minuten maximale Werbedauer und 20 Minuten redaktionell gestaltete regionale Sendezeit. Die Untersuchung wurde durch das Institut für Medienforschung IMGÖ im Auftrag der Landesmedienanstalten durchgeführt. dh

 
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