Landesmedienanstalten lassen "Tatort Internet" überprüfen

Donnerstag, 28. Oktober 2010
Szene aus "Tatort Internet" mit Stephanie zu Guttenberg
Szene aus "Tatort Internet" mit Stephanie zu Guttenberg

Eine Prüfgruppe der Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) will sich mit der RTL 2-Sendung "Tatort Internet" beschäftigen, die bereits vielerorts auf Kritik gestoßen ist. Das haben die Direktoren der Landesmedienanstalten bei ihrer Sitzung in Mainz beschlossen. Trotzdem begrüßen sie die gesellschaftliche Diskussion über die Gefahren von Chats für Kinder und Jugendliche. Das am 7. Oktober gestartete Format will über das Internet potenzielle Kinderschänder ausfindig machen und sie vor der Kamera stellen. Für Aufsehen erregte auch Ministergattin Stephanie zu Guttenberg, die zusammen mit Hamburgs ehemaligem Innensenator Udo Nagel die Sendung moderiert.
"'Tatort Internet' kann trotz mancher Zweifel an der Gestaltung der Sendung dazu beitragen, dass Eltern, die sich bislang nicht mit der Problematik beschäftigt haben, jetzt möglicherweise sensibilisiert sind", sagt der ZAK-Vorsitzende Thomas Langheinrich. Über RTL 2 könnten auch Eltern erreicht werden, die nicht die klassischen Kommunikationswege nutzen.

Zwar sei die Aufmerksamkeit in der Gesellschaft für solch ein Thema wichtig, doch sollte sie nicht mit der Verletzung von Grundrechten einhergehen. Ob in den Beiträgen des TV-Formats auf Persönlichkeitsrechte hinreichend Rücksicht genommen wird, will die ZAK nach einer Vorprüfung durch die Hessische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (LPR Hessen) feststellen. Wolfgang Thaenert, Direktor der LPR Hessen, betont, dass Medien bei der Berichterstattung über Unglücksfälle und Straftaten keine Informationen verbreiten dürfen, die eine Identifizierung von Tätern und Opfern ermöglicht.

Auch die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) will sich in ihrer kommenden Sitzung am 11. November mit der Sendung beschäftigen. Die Kommission unterstützt deutschlandweit Angebote, die Eltern und ihren Kinder Hilfestellung im sicheren Umgang mit dem Internet an die Hand geben. Dabei arbeiten sie unter anderem mit Fachorganisationen wie Jugendschutz.net zusammen. hor
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