Landesmedienanstalt kritisiert Rückgang der Nachrichtenmeldungen bei Privatsendern

Dienstag, 18. Mai 2010
Thomas Langheinrich
Thomas Langheinrich

Private Fernsehvollprogramme räumen Nachrichtensendungen einen immer geringeren Stellenwert ein. Dies ist das Ergebnis des Programmberichts 2009 der Landesmedienanstalt in Berlin. So beträgt das Nachrichtenvolumen der Sender der RTL Group, RTL, RTL 2 und Vox, zusammen eine Stunde und 45 Minuten am Tag. Bei den Sendern der Pro-Sieben-Sat 1-Gruppe, Pro Sieben, Sat 1 und Kabel Eins, liegt der Nachrichtenanteil bei unter einer Stunde. Der Rückgang an Nachrichtenformaten in den privaten Sendern wird vom Vorsitzenden der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten, Thomas Langheinrich, kritisiert: "Gegen den Trend, aus Renditegründen auf mehr und mehr Nachrichten und Informationsprogramme zu verzichten, muss etwas getan werden. Um es ganz klar zu sagen: Informationen über das aktuelle Zeitgeschehen und seine Hintergründe sind Wesensmerkmale von Vollprogrammen, die nicht zur freien Disposition stehen".

Konkret soll in Gesprächen mit der Mediengruppe RTL Deutschland und mit Pro Sieben Sat 1 eine Einigung auf Mindestinhalte im Programm herbeigeführt werden. Hintergrund für die Überlegungen Mindestinhalte festzusetzten sind die Pläne von Pro Sieben Sat 1 den Nachrichtensender N24 zu verkaufen. Über dieses Vorhaben hatte sich im Dezember 2009 eine hitzige Debatte entzündet. hor
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