Landesmedienanstalt fordert vom TV Selbstverpflichtung

Freitag, 12. Juni 2009

Fernsehsender sollen sich freiwillig dazu verpflichten, bei der Produktion von Casting- und Doku-Formaten moralische Grundsätze einzuhalten. Das fordert der Programmausschuss der Niedersächsische Landesmedienanstalt (NLM), der mit Vertretern von RTL über das umstrittene Format "Erwachsen auf Probe" diskutiert hat. Die NLM betont, dass auch den privaten Sendern eine öffentliche Aufgabe zukomme und dass sie in der Programmfreiheit ethische Leitlinien anerkennen sollten. Dazu gehöre etwa, dass der Sender verantwortungsvoll mit den Protagonisten der entsprechenden Formate umgehe, denn die "Medienlaien" könnten in der Regel nicht einschätzen, worauf sie sich eingelassen haben. Eine strikte Orientierung an einer hohen Quote führe nicht nur zum Glaubwürdigkeitsverlust des einzelnen Senders bei, sondern trage auch zu einem Verlust gesamtgesellschaftlicher Werte bei, argumentiert die NLM.

"Wir begrüßen es, dass RTL die öffentliche Kritik aufgenommen und zugesagt hat, zukünftig bei der Entwicklung und Produktion entsprechender Formate stärker externen Sachverstand einzubeziehen", so die Vorsitzende des Programmausschusses, Ute Schwiegershausen. Die Arbeitsgemeinschaft der Landesmedienanstalten (ALM) hat bereits Anfang April moralische Grenzen bei Casting- und Doku-Shows aufgezeigt und möchte die den Dialog mit den Privatsendern hinsichtlich in diesem Bereich intensivieren.  

Über etwaige Verstöße des Formats "Erwachsen auf Probe" gegen den Gesetze zum Jugendschutz beriet die NLM hingegen nicht, weil es Aufgabe der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) sei. Diese wird am 17. Juni über die bis dahin bereits ausgestrahlten Sendungen beraten. HOR 
Meist gelesen
stats