Land unter, Quoten rauf: Welche TV-Formate vom Jahrhunderthochwasser profitierten

Dienstag, 04. Juni 2013
Der Reporterin von "RTL Aktuell" steht das Wasser fast bis zum Hals
Der Reporterin von "RTL Aktuell" steht das Wasser fast bis zum Hals

Die Jahrhundertflut hält Deutschland in Atem. Die schockierenden Bilder von überfluteten Innenstädten in Bayern, Sachsen und Thüringen, die gestern in diversen Sondersendungen zu sehen waren, haben ein Millionenpublikum vor die Mattscheibe gelockt. Vor allem die Formate von RTL und der ARD standen bei den Zuschauern hoch im Kurs.
Knochenjob: RTL-Korrespondent Thomas Präkelt live aus Grimma
Knochenjob: RTL-Korrespondent Thomas Präkelt live aus Grimma
Beinahe 3,8 Millionen Zuschauer, darunter knapp 1,3 Millionen 14- bis 49-Jährige, schalteten gestern ab 18.45 Uhr "RTL Aktuell" ein, um sich über die aktuellen Pegelstände in besonders betroffenen Städten wie Passau, Grimma, Greiz und Co zu informieren. Damit erzielt der Kölner Sender ein Top-Ergebnis - und das sogar beim sonst eher öffentlich-rechtlich gesinnten Gesamtpublikum. Der Marktanteil von 19,2 Prozent, den RTL bei Zuschauern ab 3 Jahren erzielt, kann sich durchaus sehen lassen. Bei der ARD-"Tagesschau" liegt zwar mit 4,95 Millionen Zuschauern ib absoluten Zahlen vor RTL. Beim Marktanteil (18,1 Prozent) muss sich die ARD allerdings RTL geschlagen geben. ZDF-"heute" kann vor allem die Zuschauer ab 3 Jahren überzeugen (3 Millionen Zuschauer / 14,1 Prozent Marktanteil), bei den 14- bis 49-Jährigen geht das Nachrichten-Flaggschiff des Zweiten allerdings wie so oft unter: Lediglich 500.000 Zuschauer sind gleichbedeutend mit einem Marktanteil von mageren 6,8 Prozent.

RTL-Anchorman Peter Kloeppel
RTL-Anchorman Peter Kloeppel
Neben den Nachrichten-Klassikern gab es auch einige Sondersendungen zur Hochwasserkatastrophe: Mit dem "RTL Aktuell-Spezial: Das Jahrhunderthochwasser" lockte Anchorman Peter Kloeppel im Anschluss an "RTL Aktuell" knapp 3,3 Millionen Zuschauer vor den Fernseher. Der Marktanteil von 14,7 Prozent wird in der jungen Zielgruppe noch getoppt: Hier erreicht das Sonderformat sogar eine Quote von 18,2 Prozent.

Der "ARD Brennpunkt" lockte ein Millionenpublikum an
Der "ARD Brennpunkt" lockte ein Millionenpublikum an
In der Primetime konnte vor allem das Erste punkten: Beim ARD-Brennpunkt mit dem Titel "Hochwasseralarm: Der Kampf gegen die Flut" sorgten ab 20:15 Uhr knapp 4,8 Millionen Zuschauer für einen Marktanteil von 15,4 Prozent. Auch bei den 14- bis 49-Jährigen (1,3 Millionen Zuschauer / 11,4 Prozent) war das Interesse groß. ARD-Talker Frank Plasberg, der das Thema seiner Sendung kurzfristig änderte, erzielte mit der Flutausgabe von "Hart aber fair" lediglich beim Gesamtpublikum einen zweistelligen Marktanteil (10,1 Prozent), bei den jüngeren Zuschauern hielt sich das Interesse in Grenzen (4,6 Prozent).

Dritter Sieger bei den Sonderformaten ist erneut das Zweite: Das ZDF-Spezial "Land unter" sahen sich 2,75 Millionen Deutsche an, was einem Marktanteil von 11,8 Prozent entspricht. Beim jungen Publikum sinkt die Quote auf 8,6 Prozent.

Auch zu später Stunde sorgte die Flutkatastrophe noch für beeindruckende Einschaltquoten: So brachten sich um Mitternacht beim "RTL Nachtjournal" 2,2 Millionen Zuschauer auf den aktuellen Stand. Das beschert dem Kölner Sender Marktanteile von 24,5 Prozent (Zuschauer ab 3 Jahre) beziehungsweise von 23,1 Prozent (14- bis 49-Jährige). mas
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