Kunert: Marketer Stephan Oehl soll Strumpfmarke retten

Mittwoch, 30. Juli 2008
Stephan Oehl kommt als Krisen-Manager
Stephan Oehl kommt als Krisen-Manager

Der angeschlagene Strumpfhersteller Kunert strukturiert seinen Vorstand um. Stephan Oehl wird im September 2008 in den Vorstand des Immenstadter Unternehmens einziehen. Der 43-Jährige übernimmt die Verantwortung für Marketing und Vertrieb und löst damit Michael Stoermer ab, der im September 2007 seinen Hut nehmen musste. In der Zwischenzeit hatte Robert Calhoun die Aufgaben interimistisch übernommen. Calhoun scheidet nun ebenfalls Ende August aus dem Unternehmen aus.

Oehl ist ein alter Bekannter der Strumpfmarke. Der Manager war bereits von 2004 bis 2007 mit der Leitung des Bereiches Retail bei Kunert betraut. Zuvor hatte er bei New Yorker und zuletzt bei der Karstadt verschiedene Führungspositionen inne. Unterstützt wird Oehl von Andreas Pahl. Der 46-Jährige heuert Anfang September 2008 als Finanz- und Verwaltungsvorstand bei Kunert an.

Bei dem 1907 gegründeten Unternehmen warten große Aufgaben auf die Manager. Der Hersteller von Beinbekleidung, der bei einem Umsatz von rund 36 Millionen Euro im 1. Halbjahr 2007 einen Verlust von knapp 7 Millionen Euro verkraften musste, muss sich nun finanziell neu aufstellen. Der Hauptversammlung liegt ein Konzept für eine massive Entschuldung vor, das dem Unternehmen neue operative Flexibilität verschaffen soll. Ziel ist es, 2009 einen Umsatz von deutlich über 50 Millionen Euro sowie ein ausgeglichenes Ergebnis zu erwirtschaften. Dabei helfen soll Investor Kingsbridge Capital, der seine Anteile an Kunert  aufzustocken und frisches Kapital zuführen will.

Dazu beitragen soll auch die Neuausrichtung bei den Produktmarken. So will sich Kunert künftig auf die Dachmarken Kunert und Hudson fokussieren. Die Bein- und Oberbekleidungsmarke Burlington wurde Ende Juni aus dem Sortiment genommen. Nachdem die Marke von der Falke Gruppe erworben wurde, wurde das „Burlington“-Lizenzgeschäft nicht mehr verlängert.
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