Kredit-Krise bremst den Werbemarkt

Montag, 31. März 2008
Zenith-Optimedia-Chef Bohn sagt auch der deutschen Konjunktur einen Dämpfer voraus
Zenith-Optimedia-Chef Bohn sagt auch der deutschen Konjunktur einen Dämpfer voraus

Die Kreditkrise in den USA wird nach Einschätzung der Mediaagenturgruppe Zenith Optimedia schon bald Auswirkungen auf die Werbeausgaben haben. Laut der aktuellen Prognose "Advertising Expenditure Forecast", die das Unternehmen seit 15 Jahren vierteljährlich herausgibt, werden die Spendings in Europa und Nordamerika mit 3,8 Prozent schwächer ansteigen als bislang erwartet. Noch im Dezember beliefen sich die Schätzungen auf 4,4 Prozent. "Auch für Deutschland gehen wir davon aus, dass die internationale Finanzkrise der an sich guten Werbekonjunktur einen Dämpfer verpassen wird", erklärt Michael Bohn, CEO Zenith Optimedia.

Was die Entwicklung des weltweiten Werbemarktes betrifft, bremst die Studie ebenfalls die Erwartungen. Die Experten gehen von einem Anstieg der internationalen Werbeausgaben um 6,5 Prozent aus, statt wie ursprünglich prognostiziert um 6,7 Prozent. Diese Wachstumsrate liegt jedoch deutlich über den durchschnittlichen 5 Prozent der vergangenen zehn Jahre. Der positive Trend soll sich auch 2009 und 2010 weiter fortsetzen. Die Wachstumsmotoren sind Zentral- und Osteuropa, Lateinamerika, der Mittlere Osten und Afrika. Aber auch China, Russland und der asiatisch-pazifische Raum holen kräftig gegenüber den USA auf.

Das Internet wird seine Bedeutung als Werbeträger noch stärker ausbauen als erwartet: Bis 2010 werden sich die Investitionen auf 67 Milliarden US-Dollar erhöhen. Damit hebt Zenith Optimedia seine Prognose von 61 Milliarden US-Dollar im Dezember 2007 weiter an. Vor allem die Möglichkeiten von Bewegtbild-Werbung, Suchmaschinen-Marketing, Behavioural Targeting und Social Networking steigern die Attraktivität des Webs. Das Nachsehen haben unter anderem die Tageszeitungen, deren Werbeeinnahmen bis 2010 voraussichtlich um 5 Prozent (inflationsbereinigt) zurückgehen werden. "Die Verlage haben jedoch die Chance, diesen Verlust teilweise durch die Werbeeinnahmen auf ihren Online-Portalen wieder wett zu machen", erläutert Bohn.
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