Kostantin Neven DuMont ist nicht mehr Herausgeber der "FR"

Donnerstag, 18. November 2010
Nicht mehr Herausgeber der "FR": Konstantin Neven DuMont
Nicht mehr Herausgeber der "FR": Konstantin Neven DuMont

Die Attacken von Konstantin Neven DuMont gegen seinen Vater und das eigene Unternehmen M. DuMont Schauberg haben weitere Konsequenzen: Der Verlegersohn fungiert offenbar nicht mehr als Herausgeber der "Frankfurter Rundschau". Seit Mittwoch steht sein Name nicht mehr im Impressum der Tageszeitung, auch auf der Website wurde sein Name getilgt. Der Verlegersohn ist nach seiner öffentlichen Kritik an seinem Vater und der Strategie der Mediengruppe DuMont Schauberg offziell beurlaubt. Er hatte sich unter anderem kritisch über die seit Jahren defizitäre "Frankfurter Rundschau" geäußert und eigenmächtig Sparmaßnahmen bei der Zeitung angekündigt. Der Entzug des Herausgeberpostens ist offenbar die Reaktion der Unternehmensführung auf die abermalige Entgleisung des Junior-Chefs. Konstantin Neven DuMont habe sich "völlig daneben" benommen und den Ruf der Zeitung gefährdet, zitiert die "Süddeutsche Zeitung" aus Verlagskreisen.

Der Verlagserbe fungiert derzeit noch als Herausgeber des "Kölner Stadt-Anzeiger", des "Express" und der "Mitteldeutschen Zeitung". Wie seine weitere Zukunft in der Mediengruppe DuMont Schauberg aussieht, ist derzeit allerdings ungewiss. In einem Rundschreiben an die Mitarbeiter hatte sich der 83-jährige Verlagschef Alfred Neven DuMont von den Äußerungen seines Sohns distanziert und angekündigt, "dass Sie mich noch eine Zeit lang ertragen müssen". 

Konstantin hingegen will seine Position offenbar nicht kampflos aufgeben: Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, hat er den Vorstand schriftlich aufgefordert, ihm Einzelheiten über seine Burlaubung mitzuteilen. Er verlangt unter anderem Einsicht in das Sitzungsprotokoll und Auskunft über die Dauer seiner Beurlaubung. "Das ist ein Zustand, den ich höchstens bis zum Monatsende für erträglich halte. Darüberhinaus nicht!", kündigt er gegenüber Spiegel Online an. Der Schauspiel um die Zukunft von M. DuMont Schauberg dürfte also bald weitergehen. dh
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