Konzentration im Zeitungsmarkt erreicht neuen Höchstwert

Montag, 11. Juni 2012
Die Konzentration im Zeitungsmarkt schreitet weiter voran
Die Konzentration im Zeitungsmarkt schreitet weiter voran


Die Konzentration im deutschen Zeitungsmarkt hat einen neuen Höchstwert erreicht. Die zehn führenden deutschen Verlagsgruppen vereinen mittlerweile fast 60 Prozent der verkauften Auflage auf sich. Hauptgründe der fortschreitenden Konzentration sind die sinkenden Auflagenzahlen und Werbeeinnahmen, die viele Verlage zu Kooperationen und Verkäufen zwingt. Aufsteiger im Ranking der zehn auflagenstärksten Verlage ist die Augsburger Verlagsgruppe, während die Holtzbrinck-Gruppe nach mehreren Verkäufen nicht mehr in den Top Ten vertreten ist.  Nach einer Untersuchung des Dortmunder Formatt-Instituts kommen die zehn größten deutschen Zeitungsverlage im 1. Quartal 2012 auf einen Marktanteil von 58,8 Prozent (verkaufte Auflage laut IVW). Zum Vergleich: 2010 waren es 58,1 Prozent. Allein die fünf auflagenstärksten Verlage vereinen dabei 44,2 Prozent der Gesamtauflage aller Zeitungen auf sich.

Durch die rückläufigen Verkaufszahlen steigt bei den Verlagen der Druck zur Konzentration und Kooperation: "Die Beziehungen zwischen den großen Marktteilnehmern werden immer enger", konstatiert der renommierte Zeitungsforscher und Studienautor Horst Röper. Verstärkt wird diese Tendenz auch dadurch, dass fast alle Übernahmen branchenintern erfolgten, wodurch die horizontale Konzentration in der Zeitungsbranche weiter steigt.

Durch Zu- und Verkäufe hat sich auch im Ranking der zehn auflagenstärksten deutschen Zeitungsverlage einiges getan: Nicht mehr in den Top Ten vertreten ist die Holtzbrinck-Gruppe, die im vergangenen Jahr ihre Beteiligung an der "Main Post" in Würzburg und die Mehrheit am "Südkurier" in Konstanz verkauft hat. Beide Zeitungen hat sich die Augsburger Verlagsgruppe einverleibt, die ihren Marktanteil nach Auflage damit auf 2,8 Prozent ausbaut. Damit steigen die Augsburger zur achtgrößten deutschen Zeitungsgruppe auf und verdrängen die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" auf Platz 9. Letztere hat durch den Verkauf der "Märkischen Allgemeinen" und der "Kieler Nachrichten" insgesamt deutlich an Auflage eingebüßt. Im Mittelfeld hat die Hannoveraner Verlagsgruppe Madsack durch den Zukauf der "Kieler Nachtrichten" und der "Märkischen Allgemeinen" die Ippen-Gruppe von Platz 5 verdrängt.

An der Spitze der größten deutschen Zeitungsverlage steht auch weiterhin Axel Springer mit einer anteiligen Auflage von 18,8 Prozent vor der Verlagsgruppe Stuttgarter Zeitung/Die Rheinpfalz/Südwest Presse (9,2 Prozent) und der Essener WAZ-Gruppe (5,7 Prozent). Die kompletten Ergebnisse der Studie werden in der Mai-Ausgabe der Fachzeitschrift "Media Perspektiven" des Vermarkters ARD-Werbung Sales & Services veröffentlicht und sind auch im Internet abrufbar. dh
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