Konkurrenz kritisiert PR-Rauswurf bei RS2

Montag, 25. Februar 2002

Der Berliner Privatsender RS2 setzt derzeit auf eine merkwürdige PR-Masche: Wie einst der Hamburger Radio Mix 95.0 beurlaubte der Sender seine Morgenmoderatoren Jochen Trus und Katrin Schifelbein, nachdem diese am Freitag angeblich eigenmächtig nur noch Titel aus den 80er Jahren gespielt hatten. Der Rauswurf, der noch Ende der vergangenen Woche per Pressemitteilung kommuniziert wurde, stellte sich jetzt jedoch als gewiefte PR-Aktion heraus. Und das ausgerechnet, nachdem Geschäftsführer Carsten Neitzel kurze Zeit zuvor erklärt hatte, die von Januar bis Mai andauernde Abfrage der Media-Analyse sei zu lang, um viel Geld für kurzfristige PR-Aktionen auszugeben.

Das ORB-SFB-Jugendprogramm Fritz hatte daraufhin aus Scherz angeboten, die beiden Moderatoren bei sich zu beschäftigen. Etwas härter reagierte 104,6 RTL, das sich mit RS2 einen heftigen Kampf um die Spitzenposition in Berlin liefert: "Wenn man das Instrument der Pressemitteilung wissentlich so falsch nutzt, ist das mehr als schlechter Stil. Die Presse sollte vorgeführt werden. Das spricht nicht gerade für die Glaubwürdigkeit des Senders", erklärte Programmdirektor Arno Müller. Die beiden RS2-Moderatoren sind nach einer "Aussprache" mit Programmdirektor Stephan Hampe seit Montag wieder on air.
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