Konkurrenz belebt das Geschäft: Magazine von "Zeit" und "SZ" mit ungewöhnlicher Doppelausgabe

Montag, 03. Dezember 2012
Die Konkurrenzausgaben von "Zeitmagazin" und "SZ-Magazin" (Montage: HORIZONT)
Die Konkurrenzausgaben von "Zeitmagazin" und "SZ-Magazin" (Montage: HORIZONT)


Wer macht das bessere Blatt? In dieser Woche liefern sich die Magazine von "Zeit" und "Süddeutscher Zeitung" einen Wettstreit der besonderen Art: Beide Hefte beziehen sich in ihren Artikeln aufeinander und wollen so um Leser konkurrieren. So erscheint im "Zeitmagazin" eine Insiderreportage über die "Hell's Angels" in Berlin, im "SZ-Magazin" ein Porträt der Polizisten, die den Rockern die Tour vermasseln. Außerdem erzählt die Fußballschiedsrichterin Bibiana Steinhaus im "Zeitmagazin" von ihrem Traum, im "SZ-Magazin" ist sie in der Rubrik "Sagen Sie jetzt nichts" zu sehen. Darüber hinaus porträtieren sich Axel Hacke und Harald Martenstein in ihren Kolumnen gegenseitig. Auf Facebook fochten die Magazine bereits über drei Wochen einen Wetbewerb um den erfolgreichsten Internet-Gag aus.

Christoph Amend, Chefredakteur "Zeitmagazin"
Christoph Amend, Chefredakteur "Zeitmagazin"
Beide Redaktionen haben die außergewöhnliche Doppelausgabe seit dem Sommer gemeinsam geplant. Mit einem Augenzwinkern weist Christoph Amend, Chefredakteur des "Zeitmagazins", auf die Konkurrenzausgabe hin: "Ausnahmsweise empfehle ich unseren Leserinnen und Lesern diese Woche auch die Lektüre des SZ-Magazins - nächste Woche dann wieder... na, Sie wissen schon."

Die Konkurrenz zwischen beiden Magazinen ist zwar durchaus groß, wie Amend und sein Pendant vom "SZ-Magazin" Timm Klotzek im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" erklären. Für die Vermarktung habe diese Konkurrenzsituation allerdings Vorteile: "Mediaplaner stecken ja alles in Gattungsschubladen; und eine Schublade, die mit nur einem einzigen Magazin bestückt ist, ist halt schmal und im schlimmsten Fall damit irgendwann unwichtig", sagt Klotzek. Die Konkurrenz der Titel beschränke sich nicht einen anderen Titel, vielmehr ringe man um die freie Zeit der Leser, so Klotzek weiter. "Und da messen wir uns mit Facebook-Gedaddel auf dem Handy und solchen zeitfressern wie den Billigfluglinien."  ire
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