Konjunkturwolken verhageln der Verlagsgruppe Handelsblatt die Bilanz

Dienstag, 16. April 2002

Die schweren Konjunkturwolken des letzten Jahres haben einen unerwartet großen Schatten auf die Bilanz der Verlagsgruppe Handelsblatt geworfen. So gingen nicht nur die Umsätze des Unternehmens um rund 15 Prozent auf 364,1 Millionen Euro gegenüber dem Spitzenjahr 2000 zurück, auch das Ergebnis (Ebidta) sackte nach Abzug der Einmalaufwendungen um rund 70 Millionen Euro auf minus 6,3 Millionen Euro.

Heinz-Werner Nienstedt, Vorsitzender der Geschäftsführung, bezeichnete das Ergebnis als "völlig unbefriedigend", auch wenn man der Gesamtumsatz der Gruppe rund 17 Millionen Euro über dem Umsatz des Vergleichsjahres 1999 liege. Als Ursache für den Ergebnissturz, bei dem nicht zuletzt die hohen Aufwendungen für die "Telebörse" sowie das mittlerweile wieder vom Markt genommene "E-Business" hineinspielen dürften, nennt Nienstedt vor allem die Börsenbaisse, das Ende des ,New-Economy-Bubble' sowie die zunehmend schlechte Konjunktur.

Diese, so Nienstedt, hätten zu erheblich reduzierten Werbeausgaben geführt. Vor allem die Wirtschaftsmedien verzeichneten einen überproportionalen Rückgang. Zudem habe die Rendite im Kerngeschäft unter den ungeplant hohen Anlaufinvestitionen sowie den hohen Restrukturierungskosten gelitten. Insgesamt sanken die Anzeigenerlöse jedoch um 21 Prozent auf 201,1 Millionen Euro.
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