Konflikt mit VPRT programmiert: SWR liefert Videos an "Südwest Presse"

Mittwoch, 21. April 2010
Peter Boudgoust verteidigt Partnerschaft mit Verlagen
Peter Boudgoust verteidigt Partnerschaft mit Verlagen

Der Südwestrundfunk (SWR) und die Tageszeitung "Südwest Presse" in Ulm arbeiten im Internet zusammen. Ab sofort übernimmt das Nachrichtenportal SWP.de regionale TV-Beiträge des SWR-Landesprogramms Baden-Württemberg. Das Fenster, in dem die Beiträge präsentiert werden, wird aufgrund der rechtlichen Vorgaben für den öffentlich-rechtlichen Sender werbefrei bleiben. Bei der Partnerschaft handelt es sich bereits um die vierte Online-Kooperation des SWR. Neben der "Südwest Presse" sind der "Südkurier", die "Badische Zeitung" und die "Rhein-Neckar-Zeitung" Abnehmer von Bewegtbildinhalten. "Die Beiträge kommen so einem noch größeren Publikum zu Gute - da ist die Rundfunkgebühr sinnvoll eingesetzt. Oder anders gesagt: Bei diesem Spiel gibt es nur Gewinner", kommentiert SWR-Intendant Peter Boudgoust den Deal. Das dürfte allerdings der VPRT (Verband Privater Rundfunk und Telemedien) anders sehen. Bereits in der Vergangenheit hat das Gremium Kooperationen zwischen gebührenfinanzierten Sendern und Zeitungsverlagen als medienkonzentrationsrechtlich bedenklich eingestuft. Dabei ging es beispielsweise um die Partnerschaft zwischen WAZ und ZDF.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich im Sommer 2009 gegen solche Allianzen ausgesprochen. Es sei gefährlich, wenn sich Regionalzeitungen eine eigene Berichterstattung nicht mehr leisten könnten und deshalb der permanenten Informationsunterstützung durch das öffentlich-rechtliche Fernsehen bedürften, sagte Merkel in ihrer Rede beim Festakt zum 60. Geburtstag der Deutschen Journalistenschule in München. "Dafür waren die Rundfunkgebühren nicht gedacht", so die Kanzlerin. bn
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